Island-Trekking – Teil 3: Þórsmörk

Im dritten Teil der Reihe geht es um das wunderschöne Þórsmörk. Hier in Thors Wald gibt es Moorbirken und Wildblumen, in erster Linie aber beindruckende Blicke ins Krossátal und auf wunderschöne Gletscher.


Die langen Etappen auf einer Mehrtageswanderung bieten oft neben Zeltab- und Aufbau und vielen Kilometern zu gehen oft nicht die nötige Zeit und Ruhe zum Fotografieren. Da das hier (auch) ein Fotografieblog ist, soll das mal wieder etwas im Vordergrund stehen. Auf einer Tageswanderung mit weniger Gepäck hat man einfach etwas mehr Ruhe. Wir bleiben zwei Nächte auf dem Campingplatz hier, also müssen wir uns keine Sorgen um das Lager machen. Von oben sehen wir unsere roten Zelte, die einfach unten auf uns warten.

Aber vorab ein paar Worte zum Ort. Die Þórsmörk ist tatsächlich die bewaldete Hügelkette nördlich das Krossátal, also nicht der Name für das beeindruckende Tal hier. Im Gegensatz zu den Landschaften, die uns in den nächsten Tagen begegnen sollte, ist es hier üppig bewachsen und durch ein eigenes, etwas wärmeres Mikroklima angenehm mild. Der Wald hier besteht aus kleinen bräunlich silbrig schimmernden Moorbirken. Mitte Juli gibt es hier zahlreiche Wildblumen. Unsere Tour durch die Þórsmörk sah so aus:

  • Distanz: 18 km
  • Höhenmeter Aufstieg: 615 m
  • Höhenmeter Abstieg: 615 m
  • Dauer 7,5 h

Strecke mit Start- und Zielkoordinate (bearbeiteter Screenshot aus Suunto-App)

Höhenprofil (bearbeiteter Screenshot aus Suunto-App)

Den GPX-Track zur Wanderung gibt es hier: Link

Jetzt geht es aber an den Bericht zur Tour. Die Krossá ändert oft ihren Lauf in dem weitläufigen Tal, also geht der erste Blick vom Start aus zu den zwei mobilen Brücken, die einen sicher über den Hauptfluss führt. Hätten wir besser geschaut, hätten wir die Brücke direkt beim Campingplatz bemerkt. Aber auch der kleine Schlenker am Anfang der Wanderung war kein Problem, wir sind mit leichtem Tagesgepäck unterwegs und die Breite des Tals beeindruckt uns total.

Im breiten Flussbett der Krossá: Dies ist nur ein winziger Nebenarm dieses wilden Flusses

Wir gehen das Flussbett an der Nordseite ein wenig hinauf, bevor es auf den Trampelpfad in die Þórsmörk geht. Es geht erstmal bergauf und an einigen Stellen müssen auch mal die Hände zur Hilfe genommen werden. Hat man den Höhenzug erklommen, gibt es immer wieder Aussichtspunkte ins Tal, aber das, was uns am Ostende der Tour erwartet hat, war mit Worten kaum zu beschreiben. Vor uns zeigen sich die Gletscher des Mýrdalsjökull unter einer imposanten Wolkendecke. Hier mache ich einige Belichtungsreihen, weil der Kontrastumfang der Szene recht groß ist.

Blick auf die Krossá und den Mýrdalsjökull – ein gigantischer Aussichtspunkt

Wir treffen hier ein interessantes Paar aus der Schweiz, die uns mit ihren Wandergeschichten in Island inspirieren – die beiden wandern hier antizyklisch in der im Juli hellen und kurzen Nacht und die Sonnenuntergangsbilder geben ihnen Recht.

Ein Zoomobjektiv ist an Aussichtspunkten Gold wert

Wir gehen von hier aus ein Stück nach Norden, bevor wir auf der Þórsmörk nach Westen wandern. Hier zeigt sich, welche Landschaft uns am nächsten Tag erwartet, wenn dir in den Laugarvegur einsteigen. Unterwegs überlegen wir uns, noch auf den Valahnúkur zu wandern. Dabei handelt es sich um einen Berg im Krossátal, von dem man eine 360° Rundumsicht hat. Hier zeigt sich uns der Eyjafjallajökull endlich ohne Wolken.

Blick vom Valahnúkur auf die Krossá und den Eyjafjallajökull

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Auch wenn die Weite zu einem Weitwinkelfoto einlädt, lohnt es sich, auf die Details zu achten und mit einem Tele zu fotografieren: Der Eyjafjallajökull

Der Blick nach Osten ist besonders imposant. Hier fließen die Krossá und die Hvanná zusammen und am Ende des Tals sieht man den Mýdalsgletscher, der die Flüsse hier speist. Spannend ist auch die lange Straße mit der Furt, durch die in regelmäßigen Abständen Hochlandbusse oder Geländewagen fahren. Obwohl der Ort relativ nah an der Ringstraße ist, kommt man hier nur mit entsprechender Bodenfreiheit hin – oder wie wir am Tag zuvor über den Bergpass.

Blick auf die Flüsse Krossá und Hvanná. Im Hintergrund thront der Mýrdalsjökull.

Ein toller Tag geht im Lager zu Ende und man ist schon etwas erschöpft vom Bergpass und der tollen Tageswanderung hier in der Gegend. Morgen soll es endlich zum Hauptteil der Veranstaltung gehen: Wir starten den 3-tägigen Marsch über den Laugarvegur.


Was nehme ich mit auf so eine Tour? Hier seht ihr meine Packliste.

Wie wandere ich nach Þórsmörk: Hier geht es zum Bericht zum Fimmvörðuháls Pass.


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