Farbunterschied zwischen Lightroom und Photoshop – Kalibrierung, Profile & Farbraum

Die letzten Wochen haben wir euch ein wenig über Farbkalibrierung und Farbmanagement erzählt – auch darüber, wie wir unsere Bildschirme kalibriert haben. Gestern dann ein „Schreckmoment“: Die Farben zwischen Lightroom und Photoshop passen nicht zusammen. Wie kann das sein? Oder auch: Warum man Lightroom für jedes Profil neu starten sollte.


Generell kann es leider passieren, dass auf einem farbkalibrierten PC Anwendungen Bilder unterschiedlich darstellen. Die Windows Bilder-Vorschau ist zum Beispiel nicht Farbkalibriert, der Browser Firefox gibt nur Farbkalibrierungen von Profilen aus, die er (er)kennt – also kann ein Bild korrekt dargestellt werden, das nächste auf der gleichen Seite eben nicht. Aber zwischen Lightroom und Photoshop, zwei Anwendungen aus gleichem Hause mit klarem Fokus auf farbliche Informationen? Da war ich etwas konsterniert.

Links Lightroom, Rechts Photoshop

Die Recherche blieb nicht ergebnislos:  Hauptproblem zwischen Lightroom und Photoshop kann die Kalbrierung auf unterschiedliche Profile sein. Wichtigster Schritt um euer Problem zu lösen bzw. einzugrenzen ist also die Synchronisierung der beiden Anwendungen.

Beginnen wir mit Lightroom. Lightroom verwendet einen Farbraum, auf den ihr keinen Einfluss habt: Adobe RGB. Es sei denn ihr editiert. Dann verwendet Lightroom Pro Photo RGB. Welchen Vorteil der interne Wechsel hat, kann ich euch nicht sagen. Für uns ist folgende Info relevant: Editiert wird in Pro Photo RGB. Wenn wir also extern weiterarbeiten wollen, dann sollte der Export auch in ProPhoto RGB stattfinden. Das erreicht ihr über Bibliotheksmodul -> Bearbeiten -> Voreinstellungen -> Externe Bearbeitung. Meine Einstellungen seht ihr unten, wichtig: Farbraum ProPhoto RGB und 16 Bit / Komponente tiefe.

Nun muss nur noch Photoshop im gleichen Farbraum arbeiten. Hierzu Bearbeiten -> Farbeinstellungen -> Arbeitsfarbraum ProPhoto RGB.

Das sollte einem Großteil von euch schon geholfen haben. Mir leider erstmal nicht. Die Farben waren weiterhin verändert. Eine Antwort konnte ich im Internet nicht finden und mein Problem war letztendlich auch sehr speziell, weiterlesen lohnt trotzdem!

Ich nutze ein Zwei-PC, eine Peripherie-Setup. Über ein Dock verbinde ich meinen Laptop mit dem gleichen Bildschirm (und der gleichen Tastatur und Maus) wie meinen großen PC und kann dann per Knopfdruck zwischen den beiden umschalten. Schließe ich den Laptop an den externen Bildschirm an, ändert sich logischer Weise auch (automatisch) das Farbprofil – immerhin wird auf ein neues Gerät ausgegeben. Während Windows das automatisch macht, reagiert Lightroom nicht auf diese Veränderung. Die Anwendung arbeitet auf dem alten, vermtulich beim Start des Programms ausgewählten Profils, weiter. Klappt man den Laptop zwischen Sessions also einfach zu statt Lightroom komplett zu schließen, arbeitet man immer auf dem beim Start geladenen Profil. Da ich meine Hauptarbeit in Lightroom (falsches Profil) mache, und Photoshop nur bei Bedarf starte (das dann das richtige Profil abgreift) unterscheiden sich die Farben zwischen den Anwendungen. In diesem Fall war es also ein einfacher Neustart von Lightroom zum erneuten Einlesen des Profils, der die Lösung brachte.

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Das ist eine wichtige Info, selbst wenn ihr nicht während des Editierens den Bildschirm wechselt. Stellt euch vor, ihr schließt den Laptop zur Präsentation an den (kalibrierten) Fernseher oder den Beamer an, hattet aber Lightroom vorher schon offen. Ergebnis: Fehlfarben. Was man also von diesem Problem für seinen Alltag mitnehmen kann: Lightroom kalibriert sich einmal auf den Farbraum / das Profil des Rechners. Wird ein neues Gerät angeschlossen oder die Ausgabe gewechselt passt sich Windows zwar automatisch an, Lightroom zieht aber nicht nach. Achtet also bei jedem Profilwechsel (= Ausgabegerät-Wechsel) darauf, Lightroom durch einen Neustart nachzuziehen.

 

 


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