Pentax K-3 – Mein Eindruck

Zugegeben, die Kamera ist nicht gerade neu auf dem Markt, dennoch lohnt sich auch 2018 noch das Upgrade auf die mit einem 24 MP beladene Kamera. Hier könnt ihr lesen, warum das so ist.

Ich komme von der K-5 und war lange sehr zufrieden. Kein Wunder, schließlich ist der 16 MP Sensor mit über 14 Blenden Kontrastumfang und wirklich nicht schlechtem Rauschverhalten für die allermeisten Anwendungen klasse. Die Umstände haben sich geändert seit ich Vater geworden bin, denn als Action-Kamera war die K-5 sicher nie bekannt – besonders nicht, sobald das nötige Licht fehlte. Im Folgenden gehe Punkt für Punkt durch, was mein Eindruck der K-3 ist. Die Punkte lassen sich sicher auch auf den Nachfolger, die Pentax K-3 II übertragen, da Sensor (Bildqualität) und Autofokus-System gleich geblieben sind.

K3_Front

Gehäuse und Verarbeitung

Hier ist man seiner Linie treu geblieben: Die Pentax K-3 wirkt unverwüstlich, robust und wertig. Das Gehäuse ist aus Magnesium und mit 92 Dichtungen gegen das Eindringen von Staub und Spritzwasser geschützt. Es gab durchaus Gelegenheiten, in denen ich diese Eigenschaften auch bei der K-5 schon sehr geschätzt habe (z.B. hier), daher freue ich mich wieder über eine perfekte Outdoor-Kamera.

K3_Rueck

Die Form der Kamera wurde weitestgehend aus der K-5 Familie übernommen, das Bedienlayout wurde jedoch überarbeitet. Sehr praktisch finde ich, dass der AF-Button jetzt unmittelbar an der Daumenspitze sitzt. Ansonsten gibt es jetzt einen Knopf für die Belichtungs-Methode, sowie eine Taste zur schnellen Auswahl des Fokuspunktes. Das Aktivieren der Video-Funktion geht jetzt auch schneller – vorher musste das Wahlrad auf der linken Schulter verstellt werden. Das Display hat sich auf 3,2 Zoll und 1.037.000 Bildpunkte vergrößert. Obwohl das (für mich) keine revolutionären Unterschiede zur K-5 sich, finde ich die Haptik und Bedienfreundlichkeit besser. Auch das Finish hat sich leicht geändert und gefällt mir sehr gut.

K3_Overview

Sensor

Hier wird es schon interessanter! Der Sensor hat jetzt effektive 24 MP, was sich in Sachen Auflösung schon deutlich bemerkbar macht, wenn man z.B. von 16 MP kommt. Das alleine ist allerdings natürlich kein Muss, wenn man bedenkt, dass A3-Drucke mit 16 MP klasse aussehen. Viel gravierender finde ich, dass jetzt, wie auch schon bei der K-5 IIs, kein Tiefpassfilter mehr vor dem Sensor steckt. Dieser sollte bei Kameras verhindern, dass sich bei sehr feinen, meist gleichmäßigen Strukturen Farb-Artefakte ins Bild einschleichen (Moiré-Effekt). Mir ist das noch nie passiert, daher freue ich mich über das Wegfallen des Filters. Modefotografen können hier vielleicht eher ein Lied von singen. Aber aufatmen: Sollte das mal vorkommen, kann (abgesehen vom späteren Wegretuschieren) einfach der Sensor in feinste Schwingungen versetzt werden. So wird der Tiefpassfilter simuliert. Klasse! Für mich als Reise- und Landschaftsfotograf steht allerdings die gewonnene Detailwiedergabe und Schärfe im Vordergrund. Aber Vorsicht: Mein Eindruck ist, dass dieser Sensor dadurch Fotografen-Fehler und Objektivschwächen schneller deutlich macht (zumindest in der 100 % Ansicht). Ein gutes Kalibrieren der vorhandenen Objektive halte ich für unabdingbar.

Ansonsten ist wegen der Pixeldichte auf dem Sensor das Rauschen auf Pixelebene stärker geworden, allerdings geht dieser Effekt in der höheren Anzahl der Pixel (bezogen auf die K-5) unter. Ich würde sagen, dass das Rauschverhalten im Vergleich zur K-5 gleich, wenn nicht minimal besser ist. Ich habe zumindest keine Bedenken den Auto-ISO Bereich auf 100-3200 zu stellen. In „Notfällen“ ist sicher auch mal 6400 drin.

Der Dynamikumfang ist leicht reduziert (13,irgendwas Blendenstufen), was in der Praxis wahrscheinlich selten auffallen wird. Als Landschaftsfotograf habe ich immer einen Satz Grauverlaufsfilter dabei.

Besonders hervorzuheben ist der Bildstabilisator im Gehäuse, der auch bei der Verwendung von altem K-Mount Glas greift.

ISO100, f5,6, 1,3 s, Weißabgleich Tageslicht, (links: K-5, rechts: K-3):

100 % Ansicht (links: K-5, rechts: K-3):

ISO3200, f5,6, 1/20 s, Weißabgleich Tageslicht, (links: K-5, rechts: K-3):

100 % Ansicht (links: K-5, rechts: K-3):

 ISO3200, f5,6, 1/40 s (- 1 EV), Weißabgleich Tageslicht, (links: K-5, rechts: K-3):

100 % Ansicht (links: K-5, rechts: K-3):

Für mich ist das Rauschverhalten sehr gut, wenn man bedenkt, dass man 50 % mehr Pixel dazubekommen hat und die Pixeldichte entsprechend gestiegen ist.

Autofokus

Jetzt kommen wir wieder zu meinem gerade 7 Wochen alten Sohn. Bewegungen und dunkles Umgebungslicht sind viel unproblematischer als bei der K-5. Hier habe ich sehr viel Ausschuss produziert oder die Kamera hat bei Kunstlicht oder im Dunkeln schlicht nicht fokussiert. Der K-3 Autofokus deckt einen Bereich ab -3 EV, was das Fokussieren selbst in dunklen Ecken möglich macht. Der zentrale Fokuspunkt sowie der darüber- und darunterliegende Punkt ermöglichen die Belichtung für Offenblenden f/2.8, daher sind diese sicher den anderen im Zweifelsfall vorzuziehen.

Was erstmal gut klingt, ist immer noch ein Anfang, wenn man es mit z.B. Canon- oder Nikon Systemen vergleicht, reicht aber in den meisten Fällen völlig aus. Bei besagten Systemen mag die Qualität der einzelnen Fokuspunkte vielleicht etwas besser sein, vor allem ist die Quantität entscheidend. Hat die K-3 25 Kreuzsensoren relativ weit in Bildmitte, hat die Nikon D500 zum Beispiel 99 Kreuzsensoren. Pentax kauft man nicht primär wegen des AF-Systems, dennoch freue ich mich, dass sie Fortschritte machen. Für mich (das haben die ersten Tests gezeigt) ist Bewegung deutlich besser zu fotografieren als mit der K-5.

Das folgende Bild zeigt die Anordnung der Sensoren (Kamera-Display, unten rechts). Blockartig sind 25 Kreuzsensoren angeordnet, links und rechts daneben gibt es noch einfache Sensoren. Wie schon erwähnt, gehen die drei vertikalen Sensoren in der Bildmitte bis f/2.8.

K3_Fokuspunkte

Video

Hier kann und will ich nicht allzu viel schreiben, weil ich einfach der Falsche dafür bin. Video ist nach wie vor nicht das Steckenpferd von Pentax, dennoch geht immerhin FullHD mit 60i, 50i, 30p, 25p oder 24p. Ein automatisches Nachziehen des Fokus während des Filmens ist nicht vorgesehen.

Sonstiges

Sonst ist mir die Fokussierhilfe („Focus Peak“) positiv aufgefallen. Ich kenne sie zwar aus der K-01, leider gab es diese bei der K-5 jedoch nicht. Im Grunde wird durch einen weißen Schimmer im Liveview-Modus angezeigt, welche Teile des Bildes gerade scharf sind. Das macht mit alten manuellen Objektiven richtig Spaß und kann auch bei Portraits mit Offenblende echt vorteilhaft sein. Leider geht die Funktion aus, sobald man filmt. Hier hätte man sicher das fehlende Nachfokussieren manuell effektiv ausgleichen können. Momentan ist die K-3 II das APS-C Topmodell bei Pentax. Hier habe ich zusätzlich die Pixelshift-Funktion, die aus vier Einzelaufnahmen einer Szene eine Aufnahme zusammensetzt, bei der die Farben nicht interpoliert werden müssen (siehe Bayer-Interpolation), sodass eine bessere Farbdarstellung zu erwarten ist. Dabei entstehen riesige RAW-Dateien und das Ganze funktioniert nur bei einem VÖLLIG unbewechlichen Motiv. Außerdem hat die K-3 II noch ein Astrotracer eingebaut, der bei Langzeitbelichtung via GPS den Lauf der Sterne verfolgt (eigentlich verfolgt der Sensor die Sterne, in dem er sich leicht mitbewegt). Beides war für mich nicht erheblich, sodass ich mich für die Kamera mit dem günstigeren Gebrauchtpreis entschieden habe.

Fazit: Nach einem Tag antesten bin ich richtig begeistert! Die erhofften Verbesserungen zur K-5 sind spürbar. Alles ist größer, schneller und besser. Auch für Pentax-Neueinsteiger lohnt sich die K-3: Bietet sie doch einen klasse Sensor mit Bildstabilisator in einem unverwüstlichen Gehäuse. Die Haptik und auch die Form sind für mich überragend. Der Autofokus ist (wenn auch vielleicht nicht mit CaNikon vergleichbar) für meine fotografischen Anforderungen super. Ich kann in fast dunkler Umgebung fokussieren und erwische meinen Sohn auch bei Strampel- und Kopfschüttelbewegungen, sollte mich aber immer noch auf die Fokuspunkte in der Bildmitte beschränken. Die Bilder der nächsten Zeit hier auf RKB werden wahrscheinlich zeigen, wie es wirklich um die Qualität der Kamera bestellt ist. Ich freu mich auf alle Fälle über den neuen Begleiter.

 

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2 Antworten auf „Pentax K-3 – Mein Eindruck

  1. Hallo !
    Auf der Suche nach Infos zu einer eventuellen K 3 iii bin ich hier gelandet.
    Ich bin seinerzeit auf der Suche nach einer Kamera zum Sterne fotografieren auf die Astrotracerfunktion der Pentax K 5 ii gestoßen. Mittlerweile hat sich mein „Kamerapark“ erhöht. Sony a6000, Fujifilm x-e2 und x-20. Bei der Pentax habe ich immer das Gefühl, sie ist das Arbeitstier und ich brauche mir keine Sorgen zu machen. Erstaunlicherweise mache ich mit ihr nach wie vor die meisten Bilder im Urlaub. Sie hat mich noch nie enttäuscht. Dieses Jahr hatten wir z.B. Urlaub in der Karibik. Alle Kameras waren natürlich dabei. Die K 5 ii hing am Rucksackgurt mit einem pd Adapter. Egal ob Sonne, Strand oder Regenschauer, während andere doch versuchten ihre Kameras zu schützen, verrichtete die Pentax ohne zu murren ihre Arbeit. Obwohl ich z.Zt. etwas zu Fuji tendiere, sollte eine evtl. Pentax K3III 4k Video mit 60fps können……………………dann werde ich, nicht zuletzt wegen des Preis/Leistungs Verhältnis mich noch einmal für Pentax entscheiden.

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    1. Bisher ist bezüglich eines Nachfolgers meines Wissens nach noch nichts durchgesickert. Der Sensor aus der K-P macht allerdings schon Hoffnung auf ein echt gutes Rauschverhalten und eine sehr coole Kamera, wenn sie mal kommt. Video ist ein Bereich, der leider stark vernachlässigt wird bei Pentax. Mich persönlich interessiert es (noch) nur am Rande, aber ich könnte mir vorstellen, dass die Unverwüstbarkeit und die Haptik auch den einen oder anderen Filmer locken könnte, wenn 4K möglich wäre.

      Ich war auch mal mit einer K-5 und dem 16-50 in der Karibik und ich kann deinen Eindruck bestätigen! Egal ob am Sandstrand, nah am Wasserfall oder im tropischen Regenschauer, die Cam war am Mann..

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