70-200 f2.8 auf Vollformat – Ein erster Eindruck

Letzte Woche habe ich den schönen Frühlingstag mit meiner Familie und der Pentax K-3 mit dem DA*50-135 F2.8 im Garten verbracht (Link). Heute war ich ähnlich familiär eingespannt, hab mir diesmal aber die Pentax K-1 mit dem Tamron 70-200 F2.8 eingepackt. Vom Bildwinkel das gleiche, aber eben mit einer anderen Sensorgröße hinter dem Glas.

Beim letzten Mal habe ich auf dem APS-C-Sensor mit ~f/3,5 fotografiert, also bin ich heute erstmal mit f/5,6 am Vollformat-Sensor ins Rennen gegangen, um irgendwie eine Vergleichbarkeit zu haben. Alle Bilder sind mit 200 mm fotografiert, weil ich beim 50-135 eben auch überwiegend bei 135 mm kleben geblieben bin. Ich mache hier übrigens keine wissenschaftlichen Vergleiche, sondern eben ein paar Bilder und ziehe erste Schlüsse. Da ich diesmal wieder dieselben Bildwinkel habe, beziehe ich mich immer mal wieder auf den Beitrag mit dem 50-135 F2.8.

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Zur Erinnerung nochmal ähnliche Bilder von der K-3:

Die erste Erkenntnis ist: Um die gleiche Bildwirkung zu erzielen, kann ich beim Vollformat-Objektiv mehr abblenden, was aus dem Objektiv mehr Schärfe rauskitzelt. Während f/3.5 bei dem DA*50-135 einen Kompromiss darstellt, ist f/5,6 beim Tamron 70-200 schon tierisch gut!

Bei dem folgenden Beispiel sieht man den Effekt deutlich. Im ersten Bild ist die Blende bei f/5.6. Die Blätter sind scharf und das Bokeh schon ziemlich schön, aber noch nicht noch nicht an der Grenze des Möglichen. Das führt mich zur zweiten Erkenntnis (eher eine Bestätigung dessen, was man ja überall lesen kann): Das Freistellungspotential am Vollformat-Sensor ist größer, als beim APS-C Sensor. Im zweiten Bild sieht man den Löwenzahn nochmal mit Blende f/2.8. Die Schärfe nimmt etwas ab, die Tiefenunschärfe aber nochmal deutlich zu.

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Später am Tag war in dann mit meinem Sohn noch auf der Wuppertaler Nordbahntrasse unterwegs und hab nur wenige Aufnahmen gemacht. Eine dritte Erkenntnis (auch bekannt!) ist, dass ein 70-700 mit einem Vollformatgehäuse schon ein Trümmer ist: Man kauft sich Bildqualität mit Größen- und Gewichtszunahme ein.

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Fazit: Bei dem konkreten Beispiel (Pentax K-3 mit Pentax DA*50-135 F2.8 und Pentax K-1 mit Tamron 70-200 F2.8) wurde mir deutlich, dass das Quäntchen mehr Auflösung, der Dynamikumfang und die Möglichkeit mehr abzublenden bei gleicher Bildwirkung beim Vollformat das Rennen macht. Auch die Tatsache, dass ich mindestens eine Blende mehr Headroom beim Bildrauschen habe, ist für Events und Hochzeiten sicher nicht verkehrt. Auf der anderen Seite habe ich eben deutlich mehr Gewicht und Größe. Es kommt also auf den Anwendungsfall an. Bei der Bildqualität hat in meinen Augen das Vollformat die Nase vorn, beim Wandern oder auf Reisen hat zum Beispiel die kleinere APS-C Kamera einen deutlichen Vorteil.

Um nochmal die Brücke zum eigentlichen Titel des Beitrags zu schlagen, möchte ich abschließend sagen, dass mir das Tamron 70-200 auf der K-1 schon ziemlich gut gefällt. Wenn man vom 50-135 kommt, fällt einem gar nicht auf, dass der Autofokus beim Tamron oft bemängelt wird. Er ist nämlich gefühlt schneller als bei der K-3 mit dem 50-135. Wahrscheinlich muss man eine Weile mit dem Tamron arbeiten, um das wirklich beurteilen zu können. Jedenfalls ist es super scharf und das Bokeh sehr gefällig. Für Konzerte, Events und Hochzeiten, wo Bewegungen vorhersehbar und nicht extrem schnell sind, ist die Kombination sicher ein Kracher.

P.S.: Es folgen sicher auch noch ambitioniertere Bilder mit dem Objektiv. Für einen Eindruck reicht es aber erstmal aus…

 

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7 Antworten auf „70-200 f2.8 auf Vollformat – Ein erster Eindruck

  1. Die Vergleiche mit dem Löwenzahn gefallen mir gut. Das Bokeh beim APS-C gefällt mit persönlich besser! Geschmacksache. Ich bin bekanntlich auch mit diesem Format unterwegs. Ich musste abwegen, was die Größe und das Gewicht anging. Ich bin nicht enttäuscht worden, da APS-C gar nicht mehr so weit weg ist von der VF Qualität, die Ausrüstung aber um einiges „transportfreudiger“ ist.

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    1. Das Bokeh von den Pentax DA*, die ich kennengelernt hab, hat mir auch immer sehr gut gefallen. Leider ist bei dem DA* 50-135 der AF so ein bisschen der Knackpunkt, da finde ich das 70-200 schon besser. Es kommt ja auch immer auf das jeweilige Objektiv an. Bei Fuji gibt es ja das 50-140 (glaube ich), über das ich natürlich nichts sagen kann. Wenn das Gesamtpaket da passt, gibt es echt wenig Grund für VF. Bei dem Freistellungspotential ist dann auch die Frage, ob man es für seine Fotografie überhaupt braucht.

      Die Fuji-Sachen scheinen auch echt zu liefern und es gibt mMn einfach interessantere Festbrennweiten für APS-C als das bei Pentax der Fall ist. Die großen Offenblenden selbst bei Weitwinkel-Linsen sind halt schon eine Ansage!

      Mit hat es das 31 Limited von Pentax einfach so angetan, dass ich irgendwann einfach nicht mehr drumherum kam, es in seinem abgedachten Bildwinkel zu erleben 🙂 Mit den alten FA Limiteds ist die Größe vom VF dann auch wieder halbwegs verkraftbar…

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  2. Der Crop Faktor des Halbformatsensors zeigt sich nicht nur im Bildausschnitt (bei dem gleichen Objektiv mit gleicher Brennweite) sondern auch in der Tiefenschärfe. Gleiches Objektiv mit gleicher Brennweite erzielt bei gleicher Blende eben genau den Effekt – 50mm f/1.8 bedeutet am Halbformat mit Crop 1,5 einen Bildausschnitt entsprechend Kleinbild von 75mm mit f/2.7 – daher ziehen viele Fotografen das Kleinbildformat für Portraits und Freistellungszwecke vor. Anders formuliert, ein 35mm Objektiv mit f/1.2 erzielt beim 1,5 Crop Sensor eine Bildwirkung wie ein 50mm f/1.8 am Kleinbildsensor – sowohl Bildausschnitt wie auch Schärfentiefe. Umgekehrt hat der Crop Sensor in der Landschaftsfotografie gewisse Vorteile, weil die Schärfentiefe größer ist und im Telebereich wird ein 200mm Objektiv einen Bildausschnitt von 300mm bei Crop 1,5 erzielen. Allerdings ist das viel Physik und in der Praxis nicht wirklich von Relevanz. 😉

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    1. Daniel, das ist eine schöne Zusammenfassung. Man muss denke ich immer schauen, welche Art der Fotografie man betreibt und eher gucken, welcher Hersteller die passenden Objektive im Sortiment hat. Kleine Schärfeebenen -sogar im WW-Segment- sind tendentiell eher ein VF-Thema. Es gibt schon Zooms, wie das 18-35 1.8 und das 50-100 1.8 (beides Sigma), die so ein bisschen ein Pedant zu 2.8er Zooms auf VF sein sollen. Eine 35 1.2 Festbrennweite ist aber eher schwer zu finden…

      Bei Pentax finde ich VF halt interessant, weil es tatsächlich nochmal etwas mehr Möglichkeiten bietet. Nimm zum Beispiel eine Reportage-Festbrennweite ~24 mm auf APS-C. Da gibt es die kleine 21 Limited F3.2, ein großes und teures FA 24 F2 (nicht mehr im Sortiment), sonst mWn nur MF-Linsen oder Fremdhersteller (Altglas!). Beim VF gibt es immerhin das 31 F1.8 und das 35 F2, dann aber auch das Sigma Art 35 F1.4 und natürlich auch die alten MF-Linsen.

      Es läuft immer auf die selben Fragen hinaus.

      Was fotografiere ich? Welche Objektive brauche ich? Brauche ich eine große oder sehr kleine Schärfentiefe (z.B. Makro oder Portrait)? Dann entscheiden natürlich noch Preis und Größe/Gewicht.

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      1. Im DSLR Segment ist es schwierig, Fuji bietet für das X System zumindest ein 23mm und 35mm f/1.4, was dann in Bezug auf ein 50mm 1.8 beim 35er ein 52mm f/2.1 ergibt. Spiegellose Systeme können da technisch bedingt in kleinen Optik viel Lichteinlass bringen, was die Sache im Vergleich schon stark relativiert. Aber klar, entscheidend ist was man fotografiert. Ich sehe z. B. Beim XF 56mm 1.2 keinen Unterschied zu einem 85mm 1.4 mehr. Und dss 56er ist mit 1.2 nutzbar, weil das Zentrum bei weitem nicht so weich gezeichnet wird wie es manche Linse an der DSLR tut.

        Es ist auch relativ, das APS-C Objektiv hat ja eine echte Brennweite und auch die max. Blende stimmt, wir reden ja nur vom Bildergebnis und in aller Regel ist der Unterschied doch marginaler als man glaubt. 😉

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  3. Die lichtstarken und gleichzeitig kompakten Festbrennweiten sind eine riesen Stärke von Fuji! Eine weitere Stärke sind die Maße vom Gehäuse. Vielleicht lehne ich mich jetzt etwas zu sehr aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass ambitionierte CaNikon-Fotografen eher auch Vollformat-Festbrennweiten auf Crop nutzen. (Wie groß ist da die Verfügbarkeit an High-End Festbrennweiten NUR für APS-C?) Die sind zum Teil wirkliche Brummer. Da ist dann irgendwann „nur“ noch das Gehäuse zum Upgrade auf VF nötig. Bei Fuji stellt sich diese Frage einfach nicht. Hier geht der Upgrade-Pfad über gutes APS-C-Glas. Und du hast recht: Das Ergebnis ist meistens nicht zu unterscheiden.

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    1. Ich empfinde Kleinbildsensoren nicht als Upgrade zu Halbformatsensoren. Die höhere Lichtempfindlichkeit und Rauscharmut des Sensors steht in Relation zur Auflösung. Eine 5DS rauscht bei ISO1600 bereits grenzwertig aufgrund der hohen Pixeldichte. Eine A7s ist jenseits von ISO25000 nutzbar, weil der Kleinbildsensor gerade mal mit 12 MP auflöst. Hinzu kommt die bessere Sensorqualität der Sony Sensoren. Fuji hat mit dem X Trans Sensor eine andere Oberflächenstruktur/Farbverteilung und beweist mit dem 24 MP X Trans III, dass dieser Sensor sowohl mit 16 MP wie auch 24 MP rauscharm arbeitet – somit auf Niveau von 24 MP Vollformatsensoren. Die Grenzen verwischen und in aller Regel sind die gehobenen Kameras in regulären Situationen fast ebenbürtig. Die besten APS-C sind im Preissegment nahe an Kleinbildkameras herangerückt – allerdings besser ausgestattet (z.B. X-T2 oder X-H1 verglichen mit der lahmen Canon 6D Mark II). Dass die High ISO Performance bei Kleinbildsensoren nachwievor und üerwiegend besser ist als an Halbformaten, steht außer Frage. Aber im Ernst, wer misst und nutzt Kameras anhand ihres Rauschverhaltens jenseits von ISO3200? Die X Trans Sensoren haben im hohen ISO Bereich mehr Rauschen als Deine K-1 (fantastische Kamera) alkerdings ist es ein so feinkörniges Rauschen, dass es fast schon als ästhetisch schön durchgeht.

      Fujis Festbrennweiten sind derzeit wohl mit an der Spitze – 56mm 1.2, 16mm 23mm und 35mm 1.4 und das 80mm Makro und 90mm Portrait. Und gutes Glas wird immer entscheidender sein als der Sensor. Nicht zu vergessen dass für (in der Klasse) relativ kleines Geld auch die GF-X Mittelformatkamera existiert, deren Niveau unvergleichlich ist.

      Aber am Ende ist die Kamera die beste und richtige, mit der man arbeitet und welche Ideen und Aufgaben umsetzt. Es ist immer nur Werkzeug. 🙂

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