Paris – Tag 1

Die Stadt der Liebe, die Stadt des Lichts, die Heimat einiger der ikonischsten Wahrzeichen der Welt. Fünf Tage habe ich in der französischen Hauptstadt verbracht und nehme euch in dieser kleinen Serie mit auf einen Streifzug.

 Vorab ein wenig zur Reisegestaltung: Ein terminliches Korsett hat uns den Reisezeitraum Montag bis Freitag aufgedrängt, hieraus erwächst aber ganz klar eine Empfehlung: Bereits Freitags füllt sich die Stadt zusehends. Nationale und internationale Gäste strömen für ein Wochenende ein und verstärken den Andrang merklich. Wo wir einfach eintreten konnten (Louvre, Notre Dame) bilden sich dann gigantische Schlangen. Also falls man es einrichten kann ist eine Reise unter der Woche empfehlenswert. Darüber hinaus finde ich die sommerlichen Monate für einen Städtetrip angenehmer, der Mai – wie bei mir jetzt – zählt definitiv dazu.

Untergekommen sind wir in einer kleinen, privat vermieteten Wohnung in Montmartre. Das war generell günstiger als die meisten Hotels, im Speziellen aber als Hotels in vergleichbarer Lage. Vorteil für Reisende mit Kind: Man kann den Abend noch mit einer Flasche Wein ausklingen lassen, wenn die Kleinen schon schlafen.

Apropos „Reisen mit Kindern“: Im Nachhinein haben wir an einigen Stellen von diesbezüglichen Vorbehalten bei Besuchen bei unseren Nachbarn gehört. Um es kurz zu machen: Schwachsinn. Wir haben keine schlechte Erfahrung gemacht, alle Kontakte waren genau so freundlich und kinderlieb wie man es in anderen Ländern auch erwarten würde – sei es auf der Straße oder im Cafe.

Generell scheint der Pariser im Vergleich zum Klischee-Franzosen ein eigenes Völkchen zu sein. Gerade zu unserer vorherigen Frankreich-Reise in die Normandie zeigt sich der Hauptstädter freundlicher, offener und – für Unfähige wie mich auch nicht ganz unwichtig – Englisch-Affiner als die nördlichen Landsleute.

Thalis

Der Montag begannt für uns früh, sehr früh: Um 06:00 mit der Regionalbahn nach Köln. Von da an geht es mit dem Thalys rasend schnell zum Gare du Nord – eine Fortbewegungsform die ich mit Kind nur empfehlen kann. Und als Frühbucher ist man auch preislich auf der attraktiven Seite.

Problemlos übernehmen wir die Wohnung in Montmartre, unserer Heimat für die nächsten Tage. Selbst für deutsche Großstadtverhältnisse ist die Wohnung winzig, das Schlafzimmer kaum größer als das Bett, aber über und neben uns wohnen Einheimische. Letztendlich ist es das, was AirBNB, Wimdu oder wie sie alle heißen ausmacht. Dort unterkommen, wo die Locals tatsächlich wohnen. In einem kleinen Cafe mit ihnen zu Frühstücken statt Continental Breakfast mit anderen Touristen. Ich finde das großartig, es gibt mir das Gefühl einzutauchen statt eine Fassade zu betrachten.

So Beginnen wir also den Montag im Umfeld unserer Basis: Montmartre. Der Reiseführer titelt irgendetwas zwischen Romantik und Nepp und trifft es damit sehr gut. Während das offizielle Highlight unangefochten die Kirche auf der Spitze des Berges – Sacre Coeur – ist, funktioniert das Viertel als gesamtes Ensemble: Kleine Gassen, steile Treppen, viele Cafes und Restaurants an winzigen Plätzen. Gerade an den tiefer gelegenen Flanken findet man diese herrliche Stimmung.

Erreicht man das obere Plateau schlägt das Bild um. Hier ist es sehr plötzlich voll – viele wählen den direkten Treppenaufstieg hinauf zur Kirche – und Straßenkünstler und Händler buhlen aggressiv um die Kundschaft. Was vom ehemaligen (?) Künstlerviertel noch übrig ist, sind Karikaturisten und Maler mit ihrer ewig gleichen Perspektive auf den Eiffelturm. Diese anstrengende Seite von Paris wird uns noch mehrfach begegnen.

Irgendwie spiegelt auch die Kirche diesen Kontrast wieder. Während am Eingang des beeindruckenden Baus noch um Respekt für das Gotteshaus gebeten wird, findet man im inneren Souvenirautomaten in Reihe stehen – ein eigenwilliger Kontrast.

Wir stromern ohne konkretes Ziel wieder bergab, entdecken Kleinode wie den von Einheimischen besetzten Garten auf der verlassenen Rückseite von Sacre Coeur oder das vierteleigene Weinanbaugebiet. Das ist die traumhafte Seite des Viertels. Abends schlagen wir uns in ein kleines Restaurant, dass wir uns zuvor schon ausgeguckt hatten. Wichtig: Bereits vorher nach einem Tisch fragen. Auch die versteckteren Lokalitäten sind schnell ausgebucht.

Was bleibt sind die beiden Montmartre, die der Reiseführer angekündigt und verschrien hat: Romantik und Nepp. Beides gehört dazu und sollte man sich anschauen. Dabei ist es leichter den Nepp als die Romantik zu finden. Deswegen bleibt nach obligatorischem Besuch der Kirche und des „Künstlermarktes“ die Empfehlung, die für viele Bereiche von Paris gilt: Reiseführer zu und blindlings loslaufen. Abseits der Pfade findet man immer was und gerade in Montmartre sind das wunderschöne Ecken.

Sacre Coeur

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