Autofokus-Kalibrierung

Besonders bei sehr lichtstarken Objektiven hat sicher jeder schon einmal gemerkt, dass der Teufel bei sehr kleinen Schärfeebenen im Detail steckt. Häufig verbessert eine kamerainterne Feinjustierung des Autofokus die Abbildungsleistung der Objektive deutlich. Hier zeigen wir, wie es gemacht wird.

Ich war total euphorisch, als ich vor einigen Tagen diesen Artikel von Ricoh/Pentax gelesen habe. Hier wird sehr ausführlich beschrieben, wie man mit Pentax-Kameras die Autofokus-Feineinstellung vornimmt. Das Prinzip lässt sich aber auf alle DSLRs übertragen, die diese Funktion bieten (bitte für das eigene Modell recherchieren).Ich habe mich also mit einem Objektiv ans Werk gemacht, von dem ich weiß, dass der Fokus nicht sitzt. Achtung: Hier geht es um die AF-Feineinstellung, die kameraintern für verschiedene Objektive vorgenommen werden kann, nicht um die Justierung eines Objektivs. Letzteres kann nur vom Hersteller im Zusammenspiel mit einer bestimmten Kamera durchgeführt werden.

Folgende Dinge braucht ihr für die AF-Feineinstellung:

  • Kamera und Objektiv (irgendwie klar…)
  • Stativ
  • Zollstock/Maßband
  • Motiv möglichst mit schwarzen und weißen Flächen

K_3_0090.jpg

Schritt 1:

Zunächst baut ihr die Kamera auf einem Stativ so auf, dass sie in Höhe des schwarzweißen Motivs steht. Am besten stellt ihr den Autofokus auf AF-S (Autofokus für Einzelbild) und aktiviert den mittleren Fokuspunkt. Dieser sollte auf eine Grenze zwischen einer weißen und einer schwarzen Fläche gerichtet sein. Den Stoffball habe ich übrigens etwas eingedrückt, sodass eine ebene Fläche entsteht. Wichtig: Der Abstand zwischen Kamera und Motiv sollte 30 bis 40 mal der Brennweite entsprechend. Bei dem verwendeten 50 mm Objektiv entspricht das ca. 2 m. Die Blende sollte die Offenblende sein. Bei Zoomobjektiven sollte die längste Brennweite und die größte Offenblende verwendet werden. 

Schritt 2:

Fokussiert mit dem Phasenerkennungs-Autofokus (also durch den Sucher!) auf die Bildmitte und schaltet dann in den Liveview-Modus um.

K_3_0091.jpg

Wenn ich mit der Lupenfunktion jetzt die Bildmitte im Liveview vergrößere, stelle ich fest, dass die Wand einige Dezimeter hinter dem Ball scharfgestellt ist. Mein Fokus liegt also hinter dem Objekt („back focus“).

K_3_0093.jpg

Schritt 3:

Bei Pentax heißt die Lösung „AF-Feinverstellung“ und befindet sich meist relativ weit hinten im Menü. Bitte ergänzt das für andere Hersteller in den Kommentaren, wenn ihr mögt. Bei Pentax sieht das jedenfalls wie folgt aus:

K_3_0094.jpg

„Einmal anwenden“ ist etwas missverständlich und heißt nur, dass die Einstellung auf die spezielle Linse und nicht global angewendet werden. Kommen wir nochmal auf den Fußball zurück. Wenn ich nach dem Fokussieren den Fokusring in Richtung Nahstellgrenze des Objektivs drehen muss, liegt mein Fokus hinter dem Objekt. Für Pentax-Kameras muss ich bei der Einstellung in Richtung + gehen. Liegt mein Fokus vor dem Objekt und ich müsste den Fokusring in Richtung ∞ drehen, müsste ich im Menü in Richtung – gehen. Das ganze macht ihr so lange, bis der Fokus eben da liegt, wo er liegen soll:

K_3_0095

Die Einstellungen lassen sich jederzeit wieder ändern und ihr macht an Kamera und/oder Objektiv nichts kaputt. Also probiert es aus, denn das Ergebnis kann sich echt lohnen. Wie gesagt, wenn ihr Erfahrungen mit anderen Herstellern habt, schreibt es ruhig in die Kommentare.

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