50 mm auf APS-C – Ein paar Anregungen

Wenn man Freunde besucht, steht das Fotografieren natürlich nicht im Vordergrund. Trotzdem kann eine Kamera im richtigen Moment nützlich sein. Für mich war es ein willkommener Anlass in Kassel mein neues 50 mm f/1.4 auf einem APS-C Gehäuse auszuprobieren. Hier schildere ich meine Eindrücke.

Eine Kamera, ein Objektiv. Im Netz findet man unzählige Minimalismus-Konzepte, die über lange Zeiträume (z.B. One Camera, One Lens, One Year Project) erprobt wurden. Den Gedanken finde ich zugegebenermaßen ziemlich reizvoll, weil gerade das Verwenden von 30, 35 oder 50 mm Festbrennweiten auf APS-C den Fotografen regelrecht zwingt seinen Bildausschnitt geschickt zu wählen.

Hier habe ich bereits beschrieben, wie sich eine Stadt mit einer 21 mm Festbrennweite entdecken lässt. Hier war ich (fast) nur mit einem 31 mm Objektiv unterwegs (jeweils auf APS-C). Von der Art zu fotografieren unterscheiden sich die Brennweiten enorm.

Ein 21 mm Objektiv (~35 mm Kleinbild) ist eine klassische Reportagebrennweite und deckt eine Vielzahl von Objekten ab. Durch den Bildwinkel von 59° ist erstmal viel auf dem Bild. Man ist also etwas freier in der Bildgestaltung und muss sein Hauptmotiv nicht so stark einrahmen. Für viele ist das die eine Linse, wenn man sich entscheiden müsste. Besonders Straßenfotografen schätzen die Brennweite, weil man die fotografierten Personen in ihrer Umgebung sieht und auch mal „aus der Hüfte“ eine Straßenszene fotografiert, ohne direkt die Füße abzuschneiden.

Ein 31 mm entspricht der klassischen Normalbrennweite (~50 mm Kleinbild). Hier wird es schon enger. Der Bildwinkel reduziert sich auf 42°. Einfaches Fotografieren „aus der Hüfte“ muss man schon üben und die Schärfentiefe reduziert sich.

Um endlich auf das 50 mm zu sprechen zu kommen: Hier haben wir nur noch  32°  an Bildwinkel zur Verfügung. Um Personen bildfüllend zu fotografieren, muss ich schon einige Meter weit weg sein, was in Innenräumen problematisch werden kann.

IMGP3920.jpg

Die Kunst bei dieser Brennweite ist das Anschneiden. Durch die großen Blendenöffnungen kann hier schon sehr schön mit Tiefenunschärfe gespielt werden, um den Betrachter auf das Wesentliche zu lenken. Der Bildaufbau ist nun entscheidend.

Und im Zweifelsfall -und das gilt für alle hier beschriebenen Brennweiten- geht natürlich immer ein Panorama.

IMGP3943-Pano-2.jpg

Fazit:

Positiv ist, dass die meisten gängigen 50 mm Festbrennweiten sehr lichtstark sind –  Randunschärfe und Vignettierungen sind auf APS-C vernachlässigbar, sofern die Optiken für Kleinbild gerechnet sind. Die Tiefenunschärfe – das sogenannte Bokeh – ist meist sehr weich und angenehm. Mit Schärfe – Unschärfe kann Tiefe in das Bild gebracht werden. Der eingeschränkte Bildwinkel regt zum kreativen Fotografieren an und hilft das Finden von Bildausschnitten zu trainieren. Man lernt sich auf das Wesentliche zu reduzieren.

Gleichzeitig muss man aber wissen, dass die Einschränkungen gerade in engen Situationen oder großen Städten auch zum Problem werden können. Unkompliziertes, flexibles und schnelles Fotografieren ist meiner Meinung nach praktisch nicht möglich, wenn man „touristisch“ unterwegs ist und schnell auf sich ändernde Situationen reagieren muss.

Aus jetziger Sicht würde ich nicht mit nur dieser Brennweite losziehen, es sei denn ich habe gerade Lust auf etwas „künstlerischere“ Fotografie oder Portraits, möchte es aber eben für diese Situationen auch nicht missen wollen. Eine Kombination mit einem Weitwinkelzoom oder zum Beispiel einer 20 – 24 mm Festbrennweite wäre meine Wahl für ein leichtes und flexibles Setup, das auch auf Reisen das meiste abdeckt. Wenn ich mich auf ein Experiment mit nur einer Brennweite für APS-C einlassen müsste, würde meine Wahl sicher eher auf mein 31 mm f/1.8 oder 21 mm f/3.2 fallen.

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Sebastian

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