Kuba – Valle de Viñales

Wer Kuba bereist, sollte auf jeden Fall das Viñales-Tal besuchen. Auch wenn der Tourismus hier längst die Oberhand gewonnen hat, gibt es kostbare Momente der Ursprünglichkeit. Lest unseren Bericht über das wunderschöne Tal im Westen Kubas.

Das einzige mal auf unserer Kuba-Reise haben wir für die Strecke Havanna – Viñales einen Viazul-Überlandbus genommen, der 3 Mal am Tag am Busbahnhof in Havanna startet und fast 4 Stunden unterwegs ist. Man kommt schnell ins Gespräch und so bildete sich – wir waren eigentlich zu zweit unterwegs – mit zwei netten Berlinern eine kleine Reisegruppe, die die nächsten Tage und Orte extrem bereichert hat.

Wenn man in Viñales den Bus verlässt, steht man zahlreichen „Jineteros“ gegenüber. Diese Vermittler versuchen eine der zahlreichen Casas Particulares, der privaten Unterkünfte,  für die nächsten Nächte zu vermieten. Wir hatten eine Unterkunft vorgebucht, hätten es aber eigentlich nicht machen brauchen. Mein persönlicher Vorteil war, dass ich Air France eine Adresse liefern konnte, um mein Gepäck nachzuliefern – es war im Labyrinth an Gepäckbändern am Flughafen in Paris verloren gegangen. Es ist tatsächlich mit dem unglaublich wichtigen Ladegerät für meine Kamera gerade rechtzeitig angekommen!

Den ersten Abend sollte man nutzen, um das kleine Örtchen zu erkunden. Wir können das Essen im El Gallito empfehlen, die gemeinsamen Drinks hier in der warmen Nachtluft bleiben unvergessen. Es wird schnell klar, dass hier im Ort der Tourismus regiert. Hier gibt es einige Restaurants, Händler, Ausflugs- und Reisebüros und eben zahlreiche Casas Particulares.

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Wenn man hier ein ursprüngliches, normales Leben sehen möchte, muss man sehr früh aufstehen. Das rege Treiben am frühen Morgen war für mich eine unglaubliche Erfahrung. Die Kinder werden auf Fahrrädern oder Eselkarren zur Schule gebracht, die Einheimischen warten an der Haltestelle im Ort auf ihre Mitnahmegelegenheiten, den Bus, Ochsenkarren oder die Ladefläche eines LKW. Nur wer (z.B. durch die Touristen) zu Geld gekommen ist, fährt mit dem Auto. Hier hat sich mal wieder mein Pentax FA31 Limited als „die eine für alles“ bewährt. Ich liebe einfach die weichen Farbübergänge und die Schärfe des Objektivs.

Den ersten Tag haben wir genutzt, um eine Horseback-Tour in das Tal mit seinen zahlreichen Tabakplantagen zu machen. Es erstaunt, wenn man hier die komplexen Zusammenhänge der Tabakherstellung auf deutsch erklärt zu bekommen und der junge Tabakbauer noch nie in Deutschland war. Wer irgendwie kann, hat die Chance erkannt an das Geld der Touristen zu kommen. Mein Eindruck einer Zweiklassengesellschaft sollte sich noch häufiger bestätigen. Auf den folgenden Bildern seht ihr das Tal vom Rücken eines Pferdes aus. Außerdem sind Tabaksamen, getrocknete Blätter der Tabakpflanze und die Herstellung von Zigarren zu sehen (Alles wieder Pentax FA31).

Die Tour führt uns weiter zu einer Bar mit leckerem Mangosaft, frischer Kokosnuss und einem wahnsinnigen Ausblick auf die sogenannten Mogotes, die durchhöhlten Kalksteinhügel dieser unglaublich schönen Karstlandschaft.

Vinales-Bar-mit-Aussicht (1).jpgDas innere dieser Landschaft kann man gut in den Cuevas de Santo Tomas, Kubas größtem Höhlensystem, erkunden. Hier geht man geführt für ca. eine Stunde durch die Höhle. Absolut empfehlenswert! Hier ist es nicht einfach zu fotografieren. Erstens hat man wenig Zeit Stativ aufzubauen und den Bildausschnitt zu wählen, zweitens muss man gekonnt bei wenig Licht manuell fokussieren können. Für mich steht besonders letzteres noch auf der Übungs-Liste. Das meiste ist in der Hektik nicht gelungen. Die folgenden Bilder konnte ich retten.

Den Nachmittag und Abend haben wir im ursprünglichen Teil des Viñales-Tals verbracht. Wir sind von Dos Hermanas nach Cuajani gewandert. Hier sieht man Farmer, die im hohen Alter mit Ochsenkarren die Felder bestellen, junge Bauern, die sich Pferderennen liefern und nicht zuletzt wahnsinnig beeindruckende Momente in dieser grandiosen Naturlandschaft. Hier wird deutlich, wie die Menschen leben, wenn sie weniger oder gar nicht an den Touristen verdienen. Als Besitzer einer Unterkunft in Viñales verdient man ein zigfaches dessen, was ein Landwirt monatlich einfährt. Hier war er wieder, der Eindruck der Zweiklassengesellschaft. Der Weg zurück in das kleine Städchen war übrigens per Anhalter zu sechst in einem alten Lada. Auch eine spezielle Erfahrung. Hier (und auch in den Höhlen) war übrigens ein 16-50 f2.8 meine Wahl.

Den zweiten Tag über haben wir uns von einem klapprigen Lada, bei dem es zwischenzeitlich reinregnete zum traumhaften Cayo Levisa bringen lassen, auch ein absoluter Tipp, um einen Tag so richtig auszuspannen. Der Strand ist noch nicht so überlaufen, wie andere in Kuba, es gibt nur ein kleines Hotel und die Anreise ist etwas mühselig. Es lohnt sich aber! Hier habe ich die Kamera Kamera sein lassen und habe leider kein eigenes Material, danke also an unseren Travel Buddy Markus aus Berlin für die folgenden Bilder (Cool, was ein Handy mittlerweile hergibt!).

Auf der Rückfahrt hat uns der Taxi-Fahrer, der bald im Rahmen einer Familenzusammenführung nach Florida auswandern konnte, ein paar nicht so ruhmreiche Geschichten erzählt. Früher, so erzählte er, habe es in seinem Heimatdorf an der Karibikküste südlich von Viñales noch in jedem Haus nach Fisch gerochen. Heute sei der Fisch für Einheimische nicht mehr erschwinglich. Der Hunger und die Zahlungskräftigkeit der Touristen scheint also seinen Preis zu haben.

Am nächsten Morgen, leider Zeit für die Abreise, haben wir uns noch zum Hotel Los Jazmines fahren lassen. Das ist klar ein Touri-Klassiker, aber es bietet einen ikonischen Blick über das Tal, den man sich nicht entgehen lassen sollte!

AboutUs-2

von Sebastian

 

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Vinales, die Mogotes, die Zigarren, Cayo Levisa. Man, da kommen Erinnerungen hoch. Ich glaube, ich muss unbedingt nochmal nach Cuba.
    Ganz tolle, eindrucksvolle Fotos! Bin auf weitere gespannt!

    Gefällt 1 Person

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