Gobe ND1000 MRC 16L – Nachtest

Vor kurzem haben wir euch hier auf RausKlickBoom einen Neutraldichtefilter (ND-Filter) der vergleichsweise unbekannten Marke Gobe vorgestellt. Nach dem überraschend guten Abschneiden habe ich mich noch für den ND1000 der gleichen Marke entschieden. Hier ein kurzer Nachtest.

Wer den Test des ND8 schon gelesen hat, kennt einen Teil der Infos schon, deswegen an dieser Stelle in aller Kürze:

Für seinen Preis von unter 40€ ist der Gobe Filter ein absoluter Preiskracher; Markenfilter etablierter Hersteller sind deutlich teurer. Dabei fällt der Filter nicht durch eine billige Haptik auf, ganz im Gegenteil: Mit guter und sicherer Verpackung – auch für den späteren Gebrauch – hochwertigem Tuch, Metallring und solidem Glas sollte aus dem Filter ein treuer Begleiter werden können.

Gobe_ND8_Filter-2

Die Wirkung des Filters ist relativ heftig. Startet man mit einer Verschlusszeit von 1/30 Sekunde, müssen mit aufgeschraubten Filter satte 30 Sekunden belichtet werden. Der Einsatzbereich geht also in die Richtung Langzeitbelichtung am helllichten Tag für Bewegungseffekte oder um bewegte Elemente (wie Menschen) komplett aus dem Bild zu filtern.

Besonders wichtig ist natürlich die optische Qualität – und schon der ND8 wusste in dieser Disziplin zu gefallen. Der ND1000 überrascht an dieser Stelle, und zwar mit direkt sichtbaren Unterschieden zur ungefilterten Aufnahme.

Vergleich_ND1000Gobe ND1000 links, Fokus auf die Strukturen des Hauses

Hier ist ein deutlicher Farbstich ins etwas zu warme und auch magenta verfärbte. Lightroom bestätigt: 300K wärmer und einen pinken Stich im Bereich von 10. Was bedeutet das für die Praxis?

Die nachfolgende Darstellung zeigt die beiden Aufnahmen – ND1000 erneut auf der linken Seite. Die in RAW-Aufnahmen leicht zu korrigierende Farbtemperatur neutralisiert den Unterschied zwischen den beiden Aufnahmen bis zur Unkenntlichkeit. An dieser Stelle muss man sich keine Sorgen machen, abgesehen von der Anforderung, dass in RAW fotografiert und anschließend zwingend editiert werden muss.

Gobe_ND1000_Editiert

Gobe ND1000 links

Der an dieser Stelle noch sichtbare Unterschied liegt nicht am Filter, sondern an der Tatsache, dass ich die Bilder in Lightroom nicht gleichzeitig betrachten und editieren kann. Generell gilt: Der leichte Farbstich hat keinen Einfluss auf das finale Bild.

Bleibt die Frage nach der Schärfe des Bildes bzw. des Einfluss des Filters auf eben diese Schärfe. Zu diesem Zweck hier ein Vergleich bei einem Zoom von 3:1. Wichtig: Der Baum ist nicht maßgeblich, da er sich während der längeren Belichtungszeit bewegt hat. Der Vergleich muss auf Basis der Kantenschärfe von Holzbalken, Steinen und Fenster stattfinden.

Gobe_ND1000_31_Schaerfe

Gobe ND1000 links

Ich glaube, einen leichten Schärfeverlust durch die Nutzung des Filters zu erkennen. Allerdings kann ich auch nicht ausschließen, das die ungefilterte Aufnahme einfach einen etwas höheren Kontrast hat. Und wir sprechen von 3-Facher Vergrößerung. Mit anderen Worten: Die optische Qualität geht vollkommen in Ordnung.

Ist der ND1000 von Gobe also eine uneingeschränkte Kaufempfehlung wie es der ND8 war? Nicht ganz. Der Farbstich des Filters ist ein nicht zu vernachlässigendes Problem, das den Filter für einige Fotografen ausschließen dürfte . Mit den Fehlfarben kann man, wie der Test gezeigt hat, in der Nachbearbeitung sehr gut umgehen, wenn man diesen Mehraufwand denn gehen möchte. Letztendlich kommt es wieder zurück auf den Preis. Gobe bietet für unter 40€ einen noch immer hochwertigen Filter an, der zumindest für alle Einsteiger und Pfennigfuchser ein richtig starkes Produkt darstellt.

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