Sensorreinigung zu Hause


Die Foto-Bude um die Ecke fordert für die Reinigung eines Kamera-Sensors 50€, nicht gerade wenig. Stören bei dem Preis die paar Flecken wirklich? Die eigenhändige Reinigung ist dabei gar nicht schwer, also selbst ist das Fotografentier.

Wichtig: Solltet ihr eure Kamera reinigen, tut ihr dies auf eigenes Risiko.

Staub findet immer einen Weg. Selbst abgedichtete Gehäuse sind vor den kleinen Störenfrieden nicht sicher, sei es durch den Wechsel von Objektiven oder den im Gehäuse generierten Unterdruck durch ausfahrende Zoom-Objektive. Sichtbar wird das als störende kleine Flecken, besonders auf ebenmäßigen Fotobereichen wie dem Himmel.

Sensorflecken

Sensorflecken findet man am einfachsten, wenn man eine ebene Fläche wie den Himmel stark abgeblendet (F22) fotografiert.

Während professionelle Reinigungen teuer sein können – und euer Fotoladen macht erstmal nichts anderes als was ich euch im folgenden Beschreibe – gibt es vollständige Sets mit allen Schikanen für 20€ im Internet. Und mit denen sind bis zu 10 Anwendungen möglich.

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Zur Vorbereitung Hände und Arbeitsbereich säubern und bei DSLRs im Menü den Spiegel zur Sensorreinigung nach oben klappen um den Sensor zu erreichen.

Es gibt verschiedene Eskalationsstufen, um dem Staub Herr zu werden: Zuerst gibt es die automatische Sensorreinigung der Kamera. Beispielsweise bei Pentax wird der Bildstabilisator verwendet um den Sensor einmal kräftig zu schütteln, andere Hersteller nutzen Ultraschall. Diese Funktionen – häufig als Start- oder Endaktion des Kamerasystems vorgesehen – sind aus dem Menü anwählbar und werden lockerem und / oder frischem Dreck gerecht. Allerdings ist der Staub häufig elektrostatisch geladen und haftet deswegen im wahrsten Sinne des Wortes an den Fotozellen des Sensors.

Die wohl beliebteste weil einfachste und sicherste Methode der Reinigung ist das Ausblasen des Staubes. Hier gibt es unterschiedlichste technische Hilfs- und Hausmittel. Dabei ist Sauberkeit das A & O. Aus diesem Grund sollte auf das Blasen mit dem Mund (Speicheltropfen) sowie alle nicht manuellen Hilfsmittel (Föhn = mehr Staub, Druckluftkartusche = Treibmittel, sonstige elektrische Geräte = Schmiermittel) verzichtet werden. Alle manuell bedienbaren Luftbeschleuniger sind prinzipiell erst einmal geeignet, eine kleine Fahrradpumpe oder ein Klistier aus der Apotheke gehen gleichermaßen. Ganz wichtig: Vorher ist die Sauberkeit genauestens zu überprüfen. Für die sensible Elektronik eure Kamera können beschleunigte Partikel zum Projektil werden und auch neue Hilfsmittel wie das Klistier können z.B. mit Talkum aus der Produktion verunreinigt sein. Der Test lässt sich an einem sauberen Spiegel gut durchführen: Anpusten, ggf. reinigen und gründlich trocknen lassen, wiederholen. Der eigentliche Prozess ist vergleichsweise Einfach: Die Kamera mit dem Sensor nach unten – damit die Schwerkraft den Staub beim Verlassen des Sensors und Gehäuses unterstützt – gut halten oder fixieren, mit der Pumpe über den ganzen Sensor kleinräumig verteilt Impulse setzen und ein Großteil der Sensorflecken sollte Geschichte sein. Achtet dabei um jeden Preis auf einen sicheren Halt eurer Luftkanone damit ihr mit dem Auslass in keinem Fall den Sensor berührt.

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Hat die vorherige Methode nicht geholfen bleibt nur der direkte Feindkontakt: Ran an den Spe.. Staub. Hierzu gibt es spezielle, gestielte „Trockenschwämme.“ Mit diesen ohne viel Druck über den Sensor wischen, wenn möglich wieder mit „nach unten“ schauender Kamera so das abgelöste Partikel aus der Kamera fallen können. Achtet darauf, die Schwämmchen nur einmalig zu verwenden und vermeidet nach dem Auspacken Kontakt mit sonstigen Flächen, ganz besonders eurer (fettigen) Hände. Abschließend noch einmal mit dem Gebläse nachreinigen – Sauber.

Hat das nicht gereicht, gibt es noch spezielle Lösungsmittel, die aufgetragen und abgezogen werden und im Anschluss an den Reinigungsprozess (wohl) rückstandslos verdampfen. Ich habe das bisher weder ausprobiert noch werde ich es vorerst tuen. Hier wird mir persönlich das Risiko zu groß und eine professionelle Reinigung vom Hersteller selbst ist angeraten. Solltet ihr es dennoch versuchen wollen: Akku entfernen und Kamera kurz einschalten, anschließend zeitlich großzügig trocknen lassen. Der Dreck, der das nötig machen würde, ist mir aber bisher zum Glück nicht begegnet.

 

 

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Eine Antwort auf „Sensorreinigung zu Hause

  1. Ich glaube, da würde ich mich nicht drantrauen! Lieber professionell reinigen lassen, als etwas zu verschlimmbessern. Am besten erst gar nicht den Sensor verschmutzen lassen! Wenn doch passiert, würde ich lieber Hilfe in Anspruch nehmen.

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