Whisky, oder: Flüssigkeiten und Glas fotografieren

Der Luxus plötzlich und unerwartet Zeit zu haben, kann fotografisch auch frustrierend sein: Was aufnehmen? Draußen ist manches aufgrund von Wetter, Zeitfenster, Licht nicht möglich, drinnen erscheint einem kaum etwas den Aufwand wert. Ein schönes, forderndes und hübsch anzusehendes Projekt können Gläser und / mit Flüssigkeiten sein.

Flüssigkeiten und Glas zu fotografieren sind eigentlich nicht weiter schwere Aufgaben, kennt man die generelle Herangehensweise. Beginnen wir mit unserem Glas:

Ziel muss es sein, das Glas gleichzeitig sichtbar zu machen ohne die eigentlich darzustellende Transparenz zu beeinflussen. Dies gelingt durch Hervorhebung der Kanten bzw. Ränder. Arbeitet man „Low-Key“, also wie in unserem Fall mit schwarzem Hintergrund, gelingt dies durch seitliche, aufgrund der Wölbung des Glases leicht nach hinten versetzte Positionierung der Blitze / Lichtquelle. Arbeitet man im hellen Spektrum kehrt man die Technik einfach um indem man beispielsweise schwarze Pappen positioniert und so durch die Brechung des Lichts einen dunklen Rand generiert.Belichtungskonzept Glas / Flüssigkeit Fotografieren

Für das Projekt benötigt man, es ist der schemtischen Darstellung zu entnehmen, neben Kamera und Stativ zwei Blitze, die entfesselt – also räumlich getrennt von der Kamera – ausgelöst werden können. Empfehlenswert sind weiterhin Softboxen um die Reflexion im Glas gleichmäßiger und flächiger gestalten zu können. Wer an dieser Stelle noch Investitionsbedarf hat: Ich nutze zwei Blitze von Yongnuo und Softboxen von Neewer – Kostenpunkt inkl. Fernauslöser ca. 200€. Und damit ist man auch in Sachen Portrait- oder Produktfotografie gut aufgestellt.

Doch wie ist nun die Kamera zu konfigurieren um das Wasser schön einzufrieren? Interessanter Weise gar nicht. Die Einstellungen an der Kamera orientieren sich ausschließlich an der Schärfeebene (diese hätte ich selbst noch etwas großzügiger wählen sollen) und der korrekten Belichtung im Sinne von Bildhelligkeit. Das einfrieren des Wasser übernimmt der Blitz. Dessen „Verschlussequivalent“, also die Zeit in der die Szene durch den Blitz erhellt wird, ist selbst im Vergleich zur schnellsten verfügbaren Verschlusszeit einer Kamera lächerlich kurz (bis zu 0,00002 s) – und da die Helligkeit des Blitzes bei der Wahrnehmung des Sensors führend ist, ist auch die Zeitspanne der Belichtung durch den Blitz beim Einfrieren der Bewegung entscheidend.

Für mein Bild bedeutet dies: Um den Hintergrund komplett dunkel zu haben wurde die Verschlusszeit auf 1/250s gestellt – entsprechend der Blitzsynchronisationszeit der Fuji X-T2 – den Rest haben die Yongnuos besorgt.

Whisky Flüssigkeit Glas Fotografieren

Ein kleiner zusätzlicher Tipp als Option: Für dieses Foto wurde kein kostbarer Tropfen Whisky verschüttet. Was dort ins Glas platscht ist klares Wasser. Dieses übermalt man anschließend in Lightroom, Photoshop oder GIMP mit einem (ein)farbigen Pinsel und suggeriert so die gewünschte Flüssigkeit. Abgesehen von der Wahl der Farbe ist der klare Vorteil, dass Aspekte wie die Farbnuance oder die Luminanz sehr viel besser kontrolliert werden können.

Abschließend noch zwei weitere – weniger Action-geladene und deutlich minimalistischere – Aufnahmen dieser Session.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.