Notre Dame, Paris

Die Bilder wirkten surreal, finde ich. Für jeden heutigen Menschen war Notre Dame immer da, auch schon für viele Generationen vor uns. Es gab kein Paris ohne Notre Dame. Gestern ging der Dachstuhl in Flammen auf, wie viel sonst noch in Mitleidenschaft gezogen wurde, weiß gerade niemand.Immerhin ist das Gebäude nicht unrettbar verloren, sagen erste Fachleute. Das liegt vielleicht auch daran, dass – man muss ja heute immer mal wieder anmerken, dass es sich nicht um einen Scherz handelt – entgegen des Tipps von Donald Trump keine Löschflugzeuge eingesetzt wurden. Trotzdem hat sich die Silhouette von Paris mit dem Einsturz des hinteren Turms schon jetzt unvorstellbar verändert.


Ich habe keine spezielle Beziehung zu dieser Kirche, habe sie nur einmal letztes Jahr- wie wohl viele auf der Welt – besucht. Es ist weder die Begeisterung für Architektur, Geschichte oder Glauben die der Auslöser sein kann, aber wie so viele andere fühle ich mich irgendwie betroffen.

Wahrscheinlich war Notre Dame in der heutigen Wahrnehmung auch nichts weniger als eine Kirche. Der Gottesdienst schien mehr Rücksicht auf die Touristen zu nehmen als umgekehrt. Aber das Gebäude war eben auch nur zweitrangig eine Kirche. Vielmehr Symbol für Paris, gleichbedeutend auf einem einsamen ersten Platz mit dem Eiffel-Turm. Und dabei sehr viel organischer ein Teil dessen, was man als Paris erlebt.

Ich bin mir eigentlich sicher, dass Notre Dame zumindest äußerlich wieder ganz die Alte sein wird, in einer absehbaren Zeitspanne sogar. Für den Moment ändert das nichts.

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