Freude über ein triviales Motiv

Ein simples Foto. Ein Foto im Corona-Kontext, irgendwo zwischen Terrassentür und Grundstücksgrenze. Trotzdem: ich bin über dieses Bild glücklich. So sieht es aus:


Tropfen auf Blatt – ein  Klassiker, zugegeben. Unscheinbar und gefühlt als Motiv naheliegend. Trotzdem habe ich mich gefreut, als ich das Auge vom Sucher genommen und einen Blick auf das Display meiner Kamera geworfen hatte. Zum einen, weil ich den eigenen Garten als ausgesprochen schwieriges Terrain empfinde. Alles ist gewöhnlich, immer gleichförmig. Die Motive sind an Trivialität (Blumenmakro) kaum zu überbieten. Das fördert weder die Lust auf Fotografie noch beflügelt es die Kreativität. Schon gar nicht nach Wochen „nur Garten.“ Zum anderen hat sich diese Szene nicht aufgedrängt. Erst die technisch betrachtet „falsche“ weil unzureichende Belichtung hat das Bild in dieser Form entstehen lassen. Ein wenig weiter gefasst mit automatischer Belichtung sah die Szene so aus. Ein (über den Ausschnitt hinausgehendes) grünes Meer aus Blättern, Lichtpunkten und Tropfen.

Und jetzt? Nichts weiter. Vermutlich werde ich das Bild sonst nirgendwo teilen, eher nicht ausdrucken, nicht in irgendeiner Lightroom-Sammlung vorhalten. Aber diesen winzigen Ausschnitt des Gartens nur mit Vorstellungsvermögen, Detailblick den richtigen Einstellungen herausgearbeitet zu haben – das hat sich gut angefühlt. Und es motiviert. Die Quintessenz dieses Fotos ist wohl: Was man sonst noch alles so finden kann in seiner alltäglichen Umgebung?

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