Jellyfish Experience – Bildgeschichte 001

Die Geschichte

Manche Fotos stehen unter einem schlechten Stern. Unserem Roadtrip entlang der Westküste der USA (Klassiker) hatte uns nach Monterey geführt – bekannt für zwei Dinge: Die Cannery Row und das Monterey Bay Aquarium.

Wir waren zu Fuß schon ein gutes Stück Unterwegs – die Straße der Ölsardinen ist, wenn auch nicht übermäßig spektakulär, so wenigstens ordentlich lang – als mir aufging warum der Rucksack so leicht war: Vom letzten Ausflug waren nur noch Kamera-Body und Ultra-Weitwinkel zu schultern, der Rest lag noch im Auto. Aber was will man in einem Aquarium schon groß fotografieren, also weiter.
Was habe ich mich geärgert, als wir vor den Quallen, der legendären „Jellyfish Experience“ standen – mit dem Landschaftsobjektiv im Schummerlicht einzelne Tiere fotografieren – eine mittelmäßige Idee.
Was also tun? Zurück, um z.B. die 50mm Festbrennweite mit ordentlicher Offenblende zu holen? Erstens wollte ich mich für ein Foto im Urlaub nicht stressen, zweitens schien es das Motiv erstmal nicht wert und drittens war ich nicht alleine Unterwegs. Da ich für den Plan zurück zu laufen selbst kaum Verständnis hatte, war er also keine Alternative. Blieb nur: Nutzen was man hat und das beste draus machen.

Die Aufnahme

Gefühlt hätte ich mit meinem Weitwinkel aus einem Meter Entfernung das ganze Aquarium aufnehmen können. Es war also kaum eine Entscheidung, auf das Maximum von 20mm zu gehen. Auch die Lichtverhältnisse diktierten die Einstellungen: Blende weit offen (3.5, das einzige mal, dass ich die durchgängig „große“ Blendenöffnung bisher gebraucht habe) und ISO bzw. Verschlusszeit in einem möglichst praktikablem Komromiss: Iso 400 für eine gute Bildqualität und Verschluss bei 1/50s für ein scharfes Bild. Übrigens war die Wahl des Weitwinkels im Nachhinein gar nicht so schlecht: Mit Gegenlichtblende direkt ans Glas zu gehen verhindert störende Reflexionen.
Und dann hieß es nichts weiter zu tun als abzudrücken. Das Aquarium selbst setzt seine Quallen nämlich schon hervorragend in Szene: Ein tiefblauer Hintergrund zur Simulation des Ozeans, für den Betrachter versteckte Lichter am Rand des schmalen Beckens für dieses leichte Leuchten der Tiere, eine ständige – vertikale – Strömung für die Dynamik und die Bewegung. Fertig.
Manchmal fühlt sich das Foto „ungerechtfertigt“ an. In Szene gesetzt wurde es faktisch nicht von mir sondern dem Aquarium selbst, die Vorbereitung war eine Katastrophe – aber am Ende ist es das Bild, dass das Bild ausmacht, und das gefällt mir einfach.

VF_JellyfishExperience

Kamera: Pentax K-5; Objektiv: Sigma 10-20mm 3.5F
Verschlusszeit: 1/50s; Blende: 3.5f; ISO: 400

AboutUs-3

Daniel

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Volker Gursch sagt:

    Der letzte Satz bringt es auf den Punkt. Und absolut beeindruckend, wie das „Preis-Leistungsverhältnis“ in diesem Fall aussieht. Eins der spektakulärsten Bilder auf Eurer Seite, der ich übrigends ein großes Kompliment aussprechen möchte. – VG –

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