Namibia – Teil 1: Windhoek

Ich hatte die einmalige Gelegenheit für 11 Tage nach Namibia zu kommen. Warum sich auch eine so kurze Zeit lohnen kann und welche Schwierigkeiten aus fotografischer Sicht zu meistern waren, lest ihr im folgenden Beitrag.

Um direkt auf letzteres einzugehen: Gruppenreisen können wirklich gut sein. Vor allem, wenn man alle aus der Gruppe kennt und einen Spitzenguide dabei hat. Wenn man ernsthaft fotografieren möchte, gibt es allerdings zahlreiche Hindernisse. Zunächst einmal ist man oft nicht lange genug an den jeweiligen Orten. Wichtig ist also etwas Motivrecherche, um direkt das passende Objektiv aufzuschrauben und ggf. das nötige Equipment vorzubereiten. Während der Bus stoppt, kann man solche Entscheidungen meist nur noch bedingt treffen ohne die Gruppe aufzuhalten. Im Zweifelsfall fragt man den Guide. Was in Teilen Namibias noch hinzukommt: Bei staubigem ariden Klima kann jeder Objektivwechsel Staub auf den Sensor bringen! Ein weiteres -aus meiner Sicht das schlimmste- Problem ist, dass man ikonische Aussichten und Landschaften nicht immer dann besucht, wenn die Sonne gerade über dem Horizont steht, sondern auch gerne mal in der Mittagssonne. Was immer gilt, trifft hier besonders zu: Genießt den Ort und lasst die Fotografie auch mal Fotografie sein. Das muss ich zugegebenermaßen noch lernen. Wir konnten wir auf dem Trip genug vom Land sehen und eine Menge über die zahlreichen Völker lernen, die in Namibia leben. Das schönste ist aber: Namibia hat die Zeitzone UTC+2, also gibt es keine Zeitverschiebung zu unserer Zeit in Deutschland. Wer also einigermaßen im Flugzeug schlafen kann, fliegt über Nacht und startet morgens seinen Trip in Windhoek, der Hauptstadt Namibias.

Windhoek glänzt meiner Meinung nach nicht durch besonders schöne Architektur oder durch ein Stadtbild, was zum Verweilen einlädt. Vielmehr hat mich an Windhoek beeindruckt, dass sich vieles von der Geschichte Namibias hier widerspiegelt. Zu nächst einmal gibt verschiedene Viertel für die weiße – meist Nachkommen deutscher Kolonialisten –  und schwarze Bevölkerung, was auf das noch immer nicht einfache Verhältnis der ehemaligen Siedler und Einheimischen zurückzuführen ist. Aus versicherungstechnischen Gründen sind die Wohnhäuser vornehmlich der Weißen mit Elekrozäunen gegen Einbrüche geschützt. Man sagte uns, dass die Verhältnisse längst nicht so schlimm seien, wie im Nachbarland Südafrika, aber dass auch hier zum Beispiel Einbrüche zunähmen. Obwohl unter dem ersten Staatspräsidenten des unabhängigen Namibia, Sam Nujoma von der afrikanisch-nationalistischen SWAPO (South-West Africa People’s Organisation), viele Bauwerke aus der Kolonialzeit neueren Bauwerken weichen mussten, gibt es noch Spuren aus der deutschen Zeit, wie zum Beispiel die Christuskirche. Hier einige Eindrücke aus der Stadt:

 

Besonders interessant ist die Fahrt (bitte vorher informieren!) durch die Stadtteile Katatura und Goreangab. Hier bekommt man einen wagen Eindruck über das Leben in den Townships und „Informal Settlements“, den Sieglungen, die unabhängig vom kommunalen Einfluss dort wachsen.

 

Der Besuch eines Kindergartens ist einerseits interessant und auch spaßig, andererseits hat man ein wenig das Gefühl (zumindest hatte ich es), dass die Kinder sich schon irgendwie verstellt haben – schließlich freut sich der Kindergarten auch über Spenden nach dem Besuch. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob es so war und ich will keinen falschen Eindruck verbreiten! Letztendlich kommt man durch die Tür und die Kinder drehen voll auf, grinsen viel, patschen auf die Linse und freuen sich, wenn man ihnen Bilder zeigt. Achtung: Knöpfe auf der Kamera werden dabei garantiert gedrückt, auch wenn das der Löschen-Knopf ist.

 

Ein wichtiger Grund, warum viele Deutsche Ende des 19. Jahrhunderts ihr Glück in Namibia suchten, war das starke Vorkommen von Bodenschätzen und Diamanten. Noch heute haben Diamanten, die mittlerweile unter ökologisch fragwürdigen Umständen vom Meeresgrund gefördert werden, in Namibia Konjunktur. Zahlreiche Schleifer bringen die Rohdiamanten in die spätere Form.

Namibia (20).jpg

Essenstipp Windhoek: Joe’s Beer House! Top Essen (Antilope, Zebra und sonstige lokale Spezialitäten) und Bier nach deutschem Reinheitsgebot, das übrigens, wie man dort stolz erzählte, 2016 500 Jahre alt wurde

AboutUs-2

Sebastian

 

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