Schlechtes Wetter, gute Fotos

Ein Teil der fotografischen Themen macht den ausführenden Akteur (sprich: Fotografen) zum Freiluftsportler. Und als solcher ist er auf Gedeih und Verderb insbesondere den Elementen Licht und Wetter ausgesetzt. Zum Glück.


Es gibt das klassische Fotografenwetter. Klare, trockene Luft, vereinzelte hohe Wolken, das ganze bei Sonnenauf- oder Untergang. Das ist grob das Rezept um aus einem schönen Ort ein schönes Foto zu machen. Es ist wohl mehr als offensichtlich das sich niemand am Grand Canyon Regen und Nebel wünscht.

Und in der Heimat? Hier kann einen zuweilen auch das beste Fotografenwetter nicht von der Couch holen. Zu ausgetreten die Pfade, alles altbekannt. Hier kann schlechtes Wetter helfen!

Es war zugegebener Weise noch letztes Jahr als ein dichter Nebel den fast ganzen Tag bestimmte. Ich hatte in meiner Arbeitstasche die X-E2* mit dem XF 27mm dabei – die „Gute Qualität in Arbeitstaschenformat“-Kombi. Tut nicht weh, diese auch ohne letztendlichen Einsatz einzupacken. In der Pause bin ich dann endlich in den angrenzenden Park / Wald und habe fotografiert.

Ich gehe fast jeden Tag durch diesen Wald, hatte natürlich auch schon die Kamera dabei, aber diesmal war es unglaublich einfach, Aufnahmen zu machen. Das noch vorhandene Rot und Orange der Blätter auf dem Boden mit dem entsättigt reduzierten Bäumen im Nebel waren eine unglaubliche Kombi. Manche würden es inspirierend nennen, aber es bedurfte nicht viel mehr, als einfach nur draufzuhalten.

Und die Moral von der Geschicht‘?

Das Wetter bestimmt unsere Tätigkeit als Fotograf. Es kann einen Ort hervorheben, eine Aufnahme zerstören. Es kann aber auch einen gewöhnlichen Ort transformieren, und das passiert am seltensten bei gutem Wetter. Also verdient euch eure kuschelige Couch beim nächsten Wolkenbruch doch vielleicht mit einem kleinen Fotowalk.


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