Entfesselt blitzen mit Yongnuo – Anleitung & Tutorial

Die Blitze von Yongnuo sind – nicht nur für Fotografen der Marke Fujifilm – mit die günstigste Möglichkeit einzusteigen in die Welt der komplexen Blitzfotografie. Nicht ganz so leicht macht es einem leider die Anleitung, die weder durch verständliche Sprache noch durch Vollständigkeit glänzt. Wir helfen euch mit unseren Erfahrungen mit den YN560-IV.


Entfesselt zu blitzen ist prinzipiell einfach, auch mit den Blitzen von Yongnuo. Denn diese Blitze sind – trotz ihres Preises – zuverlässig (unseren Test zum Thema findet ihr hier). Im Rahmen unseres kleinen Tutorials beleuchten wir übrigens die Variante mit Trigger YN560-TX sowie ausschließlich mit den Blitzen YN560 IV. Ziel in dieser Anleitung ist es das Grundsetup für entfesseltes Blitzen einzurichten und zu verstehen.

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Trigger

Mit dem Trigger von Yongnuo zu blitzen ist die einfachste Variante der Konfiguration. Am Trigger selbst ist erstmal keine Konfigurationsarbeit vorzunehmen. Dieser sendet bei Auslösung der Kamera an alle Blitzgruppen auf dem aktuellen Kanal den Auslösebefehl – einfach nur durch einschalten. Achtet nur darauf, den Trigger gut in den Blitzschuh einzuführen und zu fixieren. Dieser kann schon mal ein kleines bisschen Spiel haben und dann nicht von der Kamera ausgelöst werden.

Wenn ihr mit dem Trigger arbeitet, überschreibt ihr die Einstellungen am Blitz selbst, bzw. letzterer übernimmt diese. Dies ist eine einseitige Kommunikation. Am Master-Gerät, also dem Trigger, vorgenommene Einstellungen werden zu den Blitzen kommuniziert, anders herum gilt dies jedoch nicht.

Die folgenden Einstellungen sind bereits Teil der Lichtgestaltung und sind einfach zu verstehen. „GR“ wechselt durch die drei angezeigten Gruppen der Blitze hindurch – standardmäßig A bis C. Um den nächsten Satz Gruppen anzuzeigen haltet die Taste gedrückt. Die weiteren Funktionen beziehen sich immer auf die aktuell ausgewählte Gruppe. Für den Moment sollte der in Spalte 2 des Displays angezeigte Mode einer Gruppe immer auf „M“ stehen, also auf manuell eingegebene Werte. In Spalte 3 wird als Standard die aktuelle Ausgabeleistung der Blitzgruppe angezeigt. Diese lässt sich mit den Links / Rechts-Tasten des Steuerkreuzes halbieren bzw. verdoppeln. Feinabstufungen in 0.33er-Schritten nehmt ihr mit Auf- und Ab vor. Diese Spalte lässt sich zusätzlich durch Druck auf ZOOM/CH von Leistung auf Zoom des Blitzkopfes umstellen. Nutzt auch hier das Steuerkreuz die Werte zu justieren. Die weiteren Tasten und Funktionen braucht es zum Start gar nicht. Wurde erfolgreich eine Verbindung hergestellt – was nicht explizit angezeigt wird – sollten die Blitze auf den Knopf TEST reagieren. Hierzu müssen aber auch die Blitze korrekt eingestellt sein, hierzu gleich mehr.

Blitz – Master

Jeder der Yongnuo-Blitze kann wie der Trigger funktionieren, als sogenannter Master. Es gilt wie zuvor schon gelernt den Blitz im manuellen Modus zu betrieben. Hierzu – falls nötig – über MODE den Blitz in den Modus M versetzen. Als zweites ist der Blitz als Master zu definieren. Hierzu den Knopf „Doppelpfeil / WiFi“ (3. von links) betätigen bis als sekundärer Modus TX (Transmit) ausgewählt ist. Wird der Blitz ausgelöst sendet er ab sofort den Auslösebefehl auch an die weiteren verfügbaren Blitze im richtigen Modus (dazu alles im nächsten Kapitel). Von hier aus können wir die entkoppelten Blitze wieder – und auch wieder einseitig- über den Master steuern. Eine der drei verfügbaren Gruppen wählt man durch drücken des zentralen Knopfes des Steuerkreuzes aus. Die aktuell ausgewählte Gruppe wird unten im Display als „Gr“ – im Beispiel A – angezeigt. Es gilt wie beim Trigger: Links und Rechts steuern die Ausgabeleistung um den Faktor 2, Auf und Ab in 0.33er Schritten. Ein Druck auf Zoom ändert den Zoom der Blitzgruppe und schaltet diese einfach in eine Richtung durch. Um den Master-Blitz selbst zu modifizieren einfach die Gruppe „—“ auswählen. Schon kontrolliert ihr den Blitz auf eurer Kamera. Zum Testen den Knopf „Pilot“ testen. Der Master sowie alle angesprochenen Blitze sollten nun auslösen.

Blitz – Slave

Jeder Blitz, der von einem anderen Gerät (Blitz oder Trigger) kontrolliert wird, ist ein sogenannter Slave. Hierfür ist am Yongnuo der Modus RX (Receive) auszuwählen. Wie bisher also: Über die Taste Mode den Blitz in M versetzen, dann über „Doppelblitz / WiFi“ den Modus ändern auf RX. Das war alles, was an diesem Blitz zu tun ist. Die Konfiguration findet, wie vorher schon erklärt, ab sofort am Master statt. Was ihr am Slave macht wird spätestens mit der Auslösung und somit dem Nächsten Signal-Empfang überschrieben mit den Master-Werten. Generell gilt: Steht der Master auf TX oder ist direkt der Trigger und der Slave steht auf RX sollte die Kommunikation bereits möglich sein. Löst also einfach die Kamera aus oder drückt den TEST / PILOT Knopf am Master.

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Um zwei oder mehr Blitze individuell steuern zu können gibt es das Konzept der Gruppen. Man kann beliebig viele – also auch einen einzelnen Blitz – einer Gruppe zuordnen und für diese Gruppe dann unterschiedliche Leistungs- und Zoom-Einstellungen vornehmen. Um einen Blitz einer Gruppe zuzuweisen am gewünschten Slave einmal kurz den zentralen Steuerkreuz-Knopf drücken so dass das Feld „Gr“ im unteren Bildschirm blinkt. Jetzt durch Auf- und Ab eine Gruppe auswählen – fertig. Generell werden alle Gruppen immer vom Trigger angesteuert. Die Zuordnung zur Gruppe dient also einzig der individuellen Konfiguration.

Generell seid ihr jetzt bereit für euer erstes Shooting. Allerdings möchte ich noch einmal kurz den Hinweis aus unserem Test geben: Nutzt auf jeden Fall Akkus statt einfacher Batterien. Ein Blitz benötigt viel Energie aus immerhin 4 Batterien und ihr wollt ein Shooting immer mit vollen Batterien beginnen. Müll und Kosten sind einfach immens mit klassischen Batterien – tut der Welt und euch den Gefallen und verwendet wiederaufladbare Batterien*.

Troubleshooting

Hat man einmal die Einstellungen vorgenommen ist die Arbeit mit den Blitzern eigentlich sehr geradlinig. Ich hatte bisher keine Probleme. Löst etwas bei euch nicht aus habe ich hier ein paar Tips, auf die ihr achten solltet.

  •  Der Kontakt zwischen Kamera und Trigger kann ein Problem sein. Achtet darauf, dass Trigger oder Master gut und fest im Blitzschuh stecken und auch nicht leicht seitlich verdreht sind. Schließt diesen Fehler aus, indem ihr den TEST oder PILOT-Button nutzt und schaut, ob die erwarteten Blitze nun auslösen.
  • Eine wichtige Einstellung die wir selbst nicht vorgenommen haben, da die Standardwerte unseren Wünschen entspricht, ist der Kanal. Hier wird entschieden, wie der Trigger sendet und wie der Slave lauscht. So kann man in einem Studio parallel mehrere Systeme unabhängig voneinander betreiben. Ein System muss jedoch offensichtlich auch auf der gleichen Frequenz kommunizieren. Achtet also darauf, dass bei allen Geräten der identische „Channel“ eingestellt ist (unten Links im Display „Ch“) – per Standard sollte dies Kanal 1 sein. Ändern kann man diesen Wert durch den CH Button am Trigger bzw. durch gleichzeitiges Drücken von Zoom und Doppelpfeil am Blitz und Einstellung über das Steuerkreuz.
  • Wenn garnichts hilft, könnt ihr euren Blitz zurücksetzen indem ihr den Doppelpfeil gedrückt haltet, bis der Blitz wieder in den Modus M Standard zurückspringt. Jetzt sind versehentliche Falschkonfigurationen aus der Welt gebracht.

Solltet ihr noch Probleme haben, nutzt gerne unsere Kommentarfunktion. Ansonsten viel Spaß mit dem Blitzsystem von Yongnuo.

 


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