Bergisches Land – Bevertalsperre

Am letzten Wochenende waren wir eine Nacht an der Bevertalsperre im Oberbergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen. Für wen das eine gute Idee ist und für wen vielleicht nicht, lest ihr in dem Beitrag.


Das Thermometer zeigt 34° Celsius und es ist Wochenende. Perfekt, um zwei Tage zum See zu fahren. Zum Glück haben wir hier im Bergischen Land (der Name kommt übrigens nicht von der Topografie, sondern vom ehemaligen Herzogtum Berg) eine Menge Stauseen.

Gesagt, getan. Wir fahren morgens zum Campingpark Bever-Talsperre. Das Aufbauen des Zeltes um ca. 12 Uhr am Samstag ist schon sehr anstrengend und man sehnt sich nach Schatten und Wasser. Auch das ist irgendwann geschafft und man stellt (große Überraschung!) fest, dass man alles andere als allein ist. Es herrscht Freibadstimmung und die Menschen sitzen dicht an dicht auf der Campingwiese. Zum Glück finden wir etwas weiter noch ein schattiges Stück Grün für uns vier Erwachsene und zwei Kleinkinder. Eine kleine Bude für das Radler zwischendurch gibt es auch. Wer also nicht gerade auf Ruhe aus ist, findet hier die Möglichkeit am Wasser zu liegen, kann sich mit Getränken und Würstchen versorgen oder mit einem Kanu oder SUP den See befahren. Wer nach Einsamkeit sucht, sollte sich lieber eine der nicht erschlossenen Stellen am See auswählen.

Die Preise sind okay. Der Zugang zur Badestelle auf dem Campingplatz kostet 3 € pro Tag (1,5 € für Kinder), wenn man nicht übernachten will. Das kann sich lohnen, weil die kostenlosen Badestellen noch deutlich überfüllter waren. Die Übernachtung kostete uns übrigens 18 € für das Zelt und zwei Erwachsene.

Abends wird es dann nicht nur angenehmer, sondern auch ruhiger. Hier kann man dann auch mal am oder im Wasser entspannen. Wir gehen in der Beverklause essen, was wirklich empfehlenswert ist. Außen gibt sie sich etwas bieder, aber sie überrascht auch mit vegetarischen und veganen Gerichten.

Schön sind die Enten, die mit ihrem Nachwuchs entlang des Ufers schwimmen und hin und wieder an Land kommen. Bei unserem Sohn kommen sie jedenfalls gut an. Ein kurzes Schnattern der Mutter und die Gruppe flieht vor dem aufgeregten Kind und dem Fotografen.

Die Nacht hier ist auch nicht für jeden das Wahre. Unsere Nachbarschaft scheint fröhlich und bis in die Nacht hinein zu trinken, zu lachen und sich laut zu unterhalten. Ich kann mich in die meist jüngeren Menschen reinversetzen und nutze den Moment, um noch zum See auf einen Steg zu gehen und mich über die sternenklare Nacht zu freuen. Trotz leichter Lichtverschmutzung kann man hier tolle Astroaufnahmen machen. Gegen 1 gehe ich dann auch ins Zelt und schlafe bei feuchtfröhlichem Geschnatter über umgekippte Alkoholflaschen und nasse Hosen aus der Nachbarschaft ein.

Morgens gegen 6 ist dann wirklich mal alles ruhig. Vom Licht im Zelt geweckt, gehe ich eine kleine Runde und freue mich über die Stille.

Bei einem morgendlichen Toilettenbesuch lege ich Seife und meine Sonnenbrille im Waschraum ab und stelle fest, dass die Brille anschließend weg ist. Das ist dann allerdings ein Dämpfer! Die trinkenden und lachenden Nachbarn finde ich total witzig und die Gespräche waren zum Schreien, aber das geht gar nicht!

Fazit: Wer Campen aus zum Beispiel Norwegen, Irland oder Kanada kennt und mag, erlebt auf diesem Camping-Platz schon ein etwas anderes Programm. Hier fährt man mit der Kiste Bier und Freunden hin und hat ein super Wochenende am See. Für Naturverliebte oder Familien mit ganz jungen Kindern ist der Platz nur bedingt zu empfehlen. Da alle größeren nicht bewaldeten Uferbereiche ähnlich erschlossen sind, geht unsere Suche nach Naturerlebnissen in der Umgebung weiter.

 


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