HDR erstellen – Lightroom vs. Photoshop

Die unsäglichen Zeiten des Tone-Mapping & HDR-Booms (ca. 2007?) sind zum Glück endlich überstanden. Fotografen sollten diese Technik berücksichtigen und nutzen. Allerdings sollte man beim Zusammensetzen vorsichtig sein: Lightroom und Photoshop liefern doch auffällig unterschiedliche Ergebnisse.


Damals, vor einigen Jahren, war ich ziemlich froh als Lightroom endlich die Möglichkeit bekam, Bilder zusammenzusetzen – sprich: Aus mehreren unterschiedlichen Aufnahmen eine neue Aufnahme mit dem vollen Dynamikumfang der Einzelbilder zusammenzustellen. Aus dieser Zeit – in der Lightroom und Photoshop noch getrennt vertrieben wurden – stammt mein bis zuletzt überdauernder Workflow, der rein Lightroom-Intern war.

Mit dem Abo-Modell erschließt sich mir nun, wie allen anderen reinen Lightroom nutzern, Photoshop als neue Möglichkeit ein HDR zusammenzusetzen. Aber macht es überhaupt einen Unterschied, welche Software man benutzt und wenn ja, welchen?

Folgende Aufnahme der „Dicken-Ibach-Treppe“ in den Barmer Anlagen soll uns als Testobjekt gelten. Sechs Aufnahmen, zwischen Belichtung auf den Himmel und Belichtung auf das Bauwerk, spannen unseren Dynamikbereich auf. Dies ist ein klassischer Einsatzbereich für HDR-Aufnahmen. Die Horizontlinie ist teilweise verdeckt und klassische Filter können nicht an die gegebenen Anforderungen angepasst werden.

HDR Aufnahme hochHDR Aufnahme niedrig

Der Prozess der Bearbeitung ist in beiden Programmen recht geradlinig. Für Lightroom wählt man „Zusammenfügen von Fotos -> HDR“, Photoshop startet man durch „Bearbeiten in -> In Photoshop zu HDR Pro zusammenfügen.“

HDR mit Photoshop aus Lightroom erstellen

In den Standardeinstellungen tritt in Photoshop erst einmal Ernüchterung ein. Das Bild sieht wie aus der Hochzeit der HDR-Gräueltaten aus. Hier ist es wichtig als Modus „32 Bit“ auszuwählen.

HDR mit Photoshop und Camera Raw erstellen

Es verschwinden alle Einstellungsmöglichkeiten. Stattdessen bekommt man die Option, das bild in ACR (Adobe Camera Raw) zu tonen. Zwar ist die Nutzeroberfläche etwas anders, aber letztendlich erhält man hier eine parallele Welt zu Lightroom um seine Einstellungen vorzunehmen. Dies sollte man übrigens äußerst gewissenhaft tun. Da Photoshop keine RAW-Entwicklung ist wird das Bild nämlich als Pixel-Raster gespeichert. Die Vorteile einer RAW-Datei gehen dadurch nach Abschluss der Konvertierung verloren.

HDR mit Photoshop und Camera Raw erstellen

Letztendlich erhält man aber mit beiden Programmen eine recht vergleichbare Ausgangsdatei zur Verfügung gestellt. Erst beim detaillierten Vergleich fällt der eine Unterschied ins Auge. Lightroom ist unscharf.

Vergleich Schärfe HDR Lightroom vs. Photoshop

Dabei sei hervorgehoben, dass beide Programme mit identischen Merkmalen, also auch mit deaktivierter automatischer Ausrichtung und ohne Ghosting-Beseitigung betrieben wurden. An keiner Stelle wurde anders geschärft oder mit Klarheit gearbeitet. Es gibt also keinen von den Einstellungen her rührenden Grund für den Unterschied. Wie genau dieser Unterschied zustande kommt ist mir nicht klar, aber er ist reproduzierbar. Vielleicht wisst ihr es? Bis dahin ist mein Tipp: Nutzt Photoshop.

Hier die Bilder nochmal im Vergleich:

Photoshop

Lightroom

 


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