Kanada – Calgary

Nach dem Naturwunder Rocky Mountains geht es in die weitläufige Prärielandschaft Albertas und schließlich nach Calgary – für mich seit ich ihn das erste Mal gesehen habe eng mit dem Disney-Klassiker „Cool Runnings“ verbunden.


Zugegeben, mir den vor Kälte bibbernden, jamaikanischen Bobfahrern hatte der Sommer 2018 nichts zu tun, hatten wir doch Temperaturen um die 30°C. Außerdem waren wir weder am Flughafen, wo diese legendäre Szene gespielt hat, noch im Olympic Park, wo tatsächlich 1988 ein Bobteam aus dem karibischen Staat angetreten ist. Übrigens gucke ich seit unserem Besuch der Millionenstadt noch interessierter die Beiträge vom „The Camara Store TV“ und „DPReview TV“ auf YouTube, die häufiger Beiträge aus Calgary präsentieren.

Unsere Unterkunft hatten wir direkt am Tom Campbell’s Hill Natural Park, von dem aus man einen guten Blick auf Calgary Downtown hat.

Auch wenn es nachts schöner ist, erhält man einen Eindruck über die Größe der 1,3 Millionen Einwohner Stadt. Die Hochhäuser in Downtown scheinen nah, aber es ist noch ein kleiner Fußmarsch, bis die Wohnhäuser langsam in Bürogebäude übergehen und immer höher werden. Man kann glaube ich sagen, dass auch hier die Innenstadt boomst. Wie in vielen Metropolen wollen viele Menschen direkt mittendrin wohnen und arbeiten. Es wird überall gebaut. Die Architektur würde ich als funktionell, aber nicht unbedingt kühl beschreiben.

 

Wir haben uns über die 6 Avenue SW vorbei an der Wonderland Sculpture (der weiße Gitterkopf aus der letzten Bildserie) über die Centre Street und die 7 Avenue SW zum traditionsbehafteten Hudson’s Bay Kaufhaus vorgearbeitet.

Das erste Hudson’s Bay Kaufhaus wurde schon 1881 in Winnipeg eröffnet. Bereits 1884 kam das Kaufhaus in Calgary hinzu, um im Wesentlichen Waren der Hudson’s Bay Company zu verkaufen. Diese wiederum wurde 1670 nach der Idee zweier französischen Händler in London gegründet, um das das französische Monopol auf den kanadischen Fellhandel zu umgehen, indem man den Fellhandel mit Indianern im Einzugsgebiet der Hudson Bay monopolisierte. Man konnte so die südwestlicher liegenden Handelsrouten der Franzosen umgehen. Das Spannungsfeld zwischen den Briten, die diese Handelspraktiken kontrollierten, den frankophonen Bewohnern und den Ureinwohnern wurde in der Netflix-Serie Frontier thematisiert. Heute hat die Hudson’s Bay Company etwa 90 Kaufhäuser in Kanada und eben das eine hier auf unserem Stadtspaziergang.

Überall blinzelt der m hohe Calgary Tower durch die Hochhäuser. Nach unserer Erfahrung in Vancouver und durch den schönen Blick auf Downtown, den wir ja schon hatten, haben wir die Fahrstuhrfahrt auf die Aussichtsplattform diesmal übersprungen und sind erstmal in der beschaulichen Einkaufsstraße Stephen Avenue gelandet. Hier geht es für die Größe der Stadt erstaunlich entspannt zu und man kann in einem der Cafés die schöne Blumenpracht genießen.

Unser Spaziergang ging jetzt langsam zurück über den Olympic Plaza, an dem zu unserem Besuch ein Arab Festival stattfand, zurück zum Bow River, der die Stadt durchfließt.

Der Spaziergang am Fluss zurück nach Saint George’s Heights, wo unsere Unterkunft war, führte uns durch den schönen Stadtteil Bridgeland, eine schöne Wohngegend mit einem alternativen Touch. Tipp ist hier der Bridgeland Market, ein charmanter Biomarkt, der (für uns) das Viertel perfekt widergespiegelt hat. Hier haben wir ein paar Kleinigkeiten eingekauft, um die Zeit in unserer tollen Wohnung mit wirklich fantastischen Gastgebern zu verbringen. Für immer in Erinnerung: Unser kleiner Sohn hat sich hier das erste Mal aus eigener Kraft hingesetzt. Eine tolle Erfahrung, die unseren positiven Eindruck der Stadt abgerundet hat.

Zum Abschluss gibt es nochmal den Blick vom Titelbild, diesmal jedoch bei Tageslicht.

Wir verabschieden uns von unseren Gastgebern und machen noch Halt im Heritage Park Historical Village, was nicht nur für Kinder ein toller Ort ist. Hier bekommt man einen Eindruck, wie das Leben der ersten Siedler hier war, wie Orte rund um die Polizeistationen entlang der Handelsrouten entstanden sind und wie die legendären „Mounties“, die berittenen Polizisten in ihren roten Uniformen, in ihren Außenposten gelebt haben.

Obwohl die Stadt künstlich errichtet wurde, ist es nicht schwer, in diese tolle Welt einzutauschen. Für uns hieß es aber jetzt wieder aufbrechen. Uns steht der Waterton Nationalpark bevor, dessen Südteil auf US-amerikanischer Seite sicherlich deutlich bekannter ist: Glacier Nationalpark.

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