Cinque Terre – Ein Familientag an der Traumküste

Fünf wunderschöne Dörfer an der ligurischen Küste, traumhafte Wanderwege durch die steilen Weinberge und eine spektakuläre Küstenlandschaft und das mit der ganzen Familie? Kein Problem, wenn man die eine oder andere kleine Anstrengung in Kauf nimmt.


Ankunft in Vernazza

Wenn man in Ligurien Urlaub macht, ist der Besuch von Cinque Terre eigentlich Pflicht. Die fünf Dörfer, deren Geschichte fast 1000 Jahre alt ist und die seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen sind ganz praktisch mit dem Zug zu erreichen. Noch besser ist, dass die Zugstrecke auch alle Dörfer verbindet. Mit einem speziellen Ticket kann man so den ganzen Tag beliebig von Dorf zu Dorf fahren und kann dafür in der Regel ganz bequem irgendwo an der Ligurischen Küste seine Zugfahrt antreten. Wenn man sich einen Tag ausgesucht hat und auch etwas wandern möchte, sind die Dörfer Monterossa al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore (von Nord nach Süd) eigentlich etwas zu viel. Wir haben uns die mittleren Orte ausgesucht, die auch allgemein als die Highlights gelten.

Der Piazza Guglielmo Marconi in Vernazza

Wir konnten also mit dem Zug aus unserem Urlaubsort Sestri Levante mit dem Zug nach Levazza fahren und wurden von einer imposanten Italienflagge empfangen. Die bunten Anstriche der alten Gebäude, die übrigens in der ganzen Region typisch sind, fallen hier ganz besonders ins Auge. Vielleicht liegt das an dem Umstand, dass es hier praktisch keine modernen Gebäude gibt. Um dem Gedränge in den Orten zu entfliehen, lohnt es sich, schon im Vorfeld mit den Wanderwegen in Cinque Terre zu beschäftigen. Nicht nur, dass man hier fast alleine sein kann, die Blicke über die Dörfer sind einfach spektakulär. Man sollte aber Treppensteigen mögen. Mit einem damals Dreijährigen kann das eine Weile gut gehen, muss es aber nicht. Daher empfiehlt sich eine Tragemöglichkeit und die Bereitschaft, diese zu nutzen.

Wer sich die Mühe macht auf den Wanderwegen zwischen den Orten unterwegs zu sein, ist nicht nur fast allein, sondern wird auch mit tollen Ausblicken belohnt.

Tipps für das Wandern mit Kindern:

  1. Genug zu trinken und kleine Snacks einpacken! Bei Temperaturen über 30 Grad ist man an den Hängen häufig voll der Sonne ausgesetzt.
  2. Eine spannende Geschichte überlegen! Die Wanderwege sind schmal und sehr abwechslungsreich. Einige Abenteuer, wie eine fiktive Schatzsuche, können die Kleinen unterwegs motivieren. Den Schatz (oder die Schätze) kann ein Erwachsener dann heimlich am Wegesrand platzieren.
  3. Wanderstöcke einpacken und Pausen einplanen! Falls die Kleinen mal nicht mehr wollen, sollte man bereit sein, sie auch mal streckenweise zu tragen. Die Wege sind leider für Kinderwagen völlig ungeeignet. Fast 20 Kilogramm mit Kindertrage und DSLR über ausgetretene, hohe Treppenstufen zu tragen ist nicht leicht, aber es lohnt sich!

Auf dem Weg von Vernazza nach Corniglia

Wir haben uns für den Weg zwischen Vernazza und Corniglia entschieden, der etwas unscheinbar von der Hauptstraße nach Süden in die Weinberge führt. Hier gibt es alles Wissenswerte zu dem Weg. Unser Start in Vernazza liegt nur ein paar Meter über Normalnull und es geht hoch auf 215 mNN, bevor man dann nach ca. 3,2 km in Cornilia ankommt.

Das Dorf Corniglia, das übrigens als einziges der fünf Dörfer nicht direkt am Meer liegt, ist schon von Weitem zu sehen.

In Corniglia angekommen, kann man durch enge Gassen gehen, die bis zu einer tollen Aussichtsplattform führen. Hier sieht man im Nordenwesten Vernazza als Startpunkt der Tour und kann im Südosten schon Manarola sehen, das bei uns als Abschluss des Tages auf dem Plan stand. Aber eins nach dem anderen. Corniglia war für mich das gemütlichste Dorf, das wir uns an dem Tag angeschaut haben und bei einem zweiten Besuch hier würde ich einfach noch länger hier bleiben und vielleicht einen Wein mehr trinken oder hier sogar eine Unterkunft für eine Nacht buchen. Die Gassen mit den urigen Restaurants und Bars lassen einen wirklich entschleunigen – in Vernazza oder Manarola ist das sicher nicht ganz so leicht.

Ankunft in Corniglia

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Die kleinen Restaurants und Bars im engen Corniglia sind ein schöner Ausgleich zu den etwas überlaufenen Dörfern Vernazza und Manarola.

Spannend an Corniglia ist es zudem, das dieses Dorf nicht direkt am Meer liegt, sondern auf einem Felsen ca. 100 m über dem Meer thront. Das hat zur Folge, dass man, um zum Bahnhof des Örtchens zu gelangen, über Treppen auf Meeresspiegelhöhe herabsteigen muss – oder rauf, wenn man sich entscheidet, das Örtchen mit dem Zug zu erreichen. Hier sollte man mit einem Kind immer etwas Zeit einplanen oder eben wieder das Tragen in Erwägung ziehen. Mit dem Zug sind wir dann zu der letzten Station des Tages gefahren: Manarola.

Am Bahnhof in Corniglia angekommen, konnten wir die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießen.

Schon von Corniglia aus zu sehen: Das Dorf Manarola

Und dann hatten wir gar nicht mehr so schrecklich viel Zeit, weil wir natürlich irgendwann in den Zug steigen mussten, um wieder zu unserem Campingplatz zu kommen. Trotzdem reichte es für einen kleinen Spaziergang durch das überlaufene Manarola und natürlich für den ikonischen Blick auf das über 850 Jahre alte Dorf.

Der berühmte Blick auf Manarola – ein gelungener Abschluss einer Tagestour nach Cinque Terre

Mehr ging für uns wirklich nicht an einem Tag und natürlich waren wir müde, als wir wieder in Sestri Levante, unserem Urlaubsort in Ligurien, ankamen. Trotzdem war es die Mühe wert. Unser Sohn hatte Spaß und das leckere Gebäck, das überall angeboten wird, ließ den Motor wieder laufen. Wir hatten unvergessliche Momente und tolle Blicke auf diese einzigartige Küstenlandschaft und darum geht es ja letztendlich. Eins noch: Die Anstrengung ist nach einem Strandtag komplett vergessen.


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